Harninkontinenz - Blasenschwäche - Urininkontinenz

Eine Harninkontinenz ist der unfreiwillige Verlust von Urin, wobei das Ausmaß des Urinverlustes zunächst unerheblich ist. Hier erfahren Sie alles zum Thema.


Definition

Als Harninkontinenz wird der unfreiwillige Verlust von Urin bezeichnet. Für die Definition ist das Ausmaß des Urinverlustes zunächst unerheblich. Basierend auf Art, Ausmaß und Entstehung der Harninkontinenz werden unterschiedliche Klassifikationssysteme verwendet. Die grundlegende Differenzierung erfolgt nach den Krankheitszeichen (Symptomen) in Stress-, Drang-, Reflex- und Überlaufinkontinenz.

Bei der Stress-, Drang-, Reflex- und Überlaufinkontinenz erfolgt der Urinverlust über die Harnröhre, die Urethra. Deshalb bezeichnet man diese Formen auch als Urethrale Harninkontinenz in Abgrenzung zu der vergleichsweise selten auftretenden Extraurethralen Harninkontinenz. Letztere tritt angeboren als Harnleiterfehlmündung neben dem Schließmuskel oder auch erworben, zum Beispiel infolge einer Fistelbildung zwischen Harnblase und Scheide auf. Hier erfolgt der Urinverlust nicht über die Harnröhre sondern über die Scheide.

Stressinkontinenz

Das Hauptmerkmal der Stressinkontinenz oder auch Belastungsinkontinenz ist der Verlust von Urin bei körperlicher Belastung, beim Tragen oder Heben schwerer Gegenstände, bei körperlicher Aktivität wie Hüpfen, Laufen, Springen oder auch beim Husten.

Dranginkontinenz

Die Dranginkontinenz wird durch den ständigen Harndrang und eine dem Drang unmittelbar folgende, nicht unterdrückbare Blasenkontraktion mit Urinverlust gekennzeichnet.

Reflexinkontinenz

Die Reflexinkontinenz beschreibt einen Urinverlust, der durch eine Fehlsteuerung von Harnblase und Schließmuskel ausgelöst und unterhalten wird. In diesen Fällen kann eine neurologische Erkrankung durch Untersuchungen nachgewiesen werden.

Überlaufinkontinenz

Die seltene Überlaufinkontinenz wird durch eine Abflussstörung aus der chronisch überdehnten Harnblase hervorgerufen. Jeder neu in die Blase gelangende Tropfen Urin führt zum Überlaufen und damit zum unfreiwilligen Verlust von Urin.

Quelle: Springer Medizin
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