Trockene Augen - Behandlung
Behandlung
Die häufigste Behandlungsmethode ist die Anwendung von Topfen, Gelen oder Salben am Auge. Damit wird entweder die unzureichende Tränenflüssigkeit ersetzt („künstliche Tränen“) oder die Konsistenz des Tränenfilms verbessert. Die Zubereitungen werden bei Bedarf mehrmals täglich in den Bindehautsack getropft. Das Ziel der Therapie ist eine bessere Benetzung der Augenoberfläche und dadurch eine Linderung der Symptome.
Meist sind Zubereitungen zur Behandlung des Trockenen Auges von dickflüssiger (visköser) Konsistenz, damit sie möglichst lange auf der Augenoberfläche verbleiben. Der Nachteil ist, dass das Sehvermögen kurz nach der Anwendung manchmal eingeschränkt sein kann (verschwommenes Sehen).
Besonders empfehlenswert sind konservierungsmittelfreie Zubereitungen. Denn Konservierungsmittel wie z.B. das häufig verwendete Benzalkoniumchlorid können die Hornhaut des Auges schädigen und die Zusammensetzung des Tränenfilms negativ beeinflussen.
Bei sehr starkem Mangel an Tränenflüssigkeit kann vom Arzt eine Verödung der Tränenpünktchen (das sind die Abflusstellen der Tränenflüssigkeit) oder ein Verschluss derselben mithilfe kleiner Silikonplomben (punctum plugs) in Erwägung gezogen werden.
Hausmittel und Selbsthilfe
Die heutigen Lebens- und Arbeitsbedingungen begünstigen das Entstehen von Trockenen Augen in viel stärkerem Maße als zu Zeiten, in denen es noch keine Computer und Klimaanlagen gab. Durch verschiedene Maßnahmen kann vorgebeugt werden.
Mit folgenden Maßnahmen kann dem Symptom Trockenes Auge vorgebeugt werden:
- Meiden von überheizten und verrauchten Räumen
- Zugluft meiden
- möglichst kein längerer Aufenthalt in Räumen mit Klimaanlage
- statt Kontaktlinsen Brille tragen
- ausreichend Schlaf zur Regeneration des Auges
- Kosmetika im Augenbereich sparsam einsetzten
- regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt vornehmen lassen
Bei länger andauernder Bildschirmarbeit sind folgende Maßnahmen sinnvoll:
- auf ausreichende Beleuchtung des Arbeitsplatzes achten
- jede Stunde eine Pause von 5 min einlegen
- häufig „zwinkern“ (durch den Lidschlag wird der Tränenfilm erneuert)
- auf richtigen Abstand zwischen Auge und Bildschirm (50 bis 80 cm) achten
- Bildschirm muss blendfrei aufgestellt sein (im rechten Winkel zum Fenster)
Bei akut auftretenden Beschwerden können kühle Kompressen aufgelegt werden.
Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2004)
Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002)
Schaefer/Spielmann/Vetter: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit, Elsevier GmbH, 7. Auflage 2006
„Trockenes Auge: Neues Therapiekonzept mit Visine®“, Einführungs-Pressekonferenz der Pfizer Consumer Healthcare GmbH, Karlsruhe, auf dem 109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) am 28. September 2005 in Berlin
Wernig, C. (Hrsg.): Medizin für Apotheker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2. Auflage (1997)
Bruhn/Frey/Wagner: Das Kind in der Apotheke. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2006)
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