Blinddarmentzündung / akute Appendizitis - Ursachen
Ursachen
Die Wand des Wurmfortsatzes enthält viele Lymphknötchen, die als Teil des lymphatischen Systems bei zahlreichen Infektionskrankheiten „mitreagieren“. Hierzu gehören beispielsweise Mandelentzündungen, Masern oder auch die häufig vorkommende Magen-Darm-Grippe. Im Zuge dieser Infektionserkrankungen kann es zu einer entzündungsbedingten Schwellung und damit zu einem „Verschluss“ des Wurmfortsatzes kommen. Ist die Verbindung zwischen Wurmfortsatz und Blinddarm verstopft, kommt es zu Veränderungen im Innern des Wurmfortsatzes. In dem kleinen Darmanhängsel wird weiterhin von den Darmwanddrüsen Schleim und Flüssigkeit produziert, die nun jedoch nicht mehr in den Blinddarm abfließen können. Es resultiert ein Druckanstieg im Innern des Wurmfortsatzes, die Darmwand wird zusammengedrückt. Es kommt zu einer Minderdurchblutung der betroffenen Darmanteile. Die daraus resultierende Sauerstoffminderversorgung begünstigt das Einwandern von Keimen (Bakterien) und die Entzündung des Wurmfortsatzes.
Auch andere, nicht-entzündliche Ursachen können zu einer Verstopfung zwischen Wurmfortsatz und Blinddarm führen. Folgende Umstände gelten daher ebenfalls als potenzielle Auslöser einer Appendizitis:
- Eingedickter Schleim oder Kotsteinchen (Koprolithen), die die Darmlichtung verlegen.
- Verwachsungen im Bauchraum, die den Wurmfortsatz von außen abschnüren.
- In seltenen Fällen bösartige Geschwülste, die ebenfalls die Darmlichtung verlegen.
- Darmschmarotzer wie beispielsweise Spulwürmer, die als Knäuel die Lichtung verstopfen können.
- Verschluckte Fremdkörper (vor allem bei Kleinkindern). Die Fremdkörper können im Wurmfortsatz festhängen und den Abtransport von Kot, Schleim und sonstigen Flüssigkeiten behindern.
Das Einwandern von Keimen auf dem Blutweg (hämatogener Weg) und die Absiedlung derselben in der Darmwand gehören zu den eher seltenen Ursachen für die Entwicklung einer Appendizitis. Als weitere Auslöser werden zudem auch allergisch-immunlogische Phänomene diskutiert.
Autor: Springer Medizin / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit, 05.11.2010
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