haare_frisur_frau

Medizin & Forschung

Auch Frauen leiden unter Haarausfall

Volles und glänzendes Haar gehört zum weiblichen Schönheitsideal. Haarausfall bei Frauen ist deshalb ein Tabu - dabei kommt er nicht selten vor. "Jede zweite bis dritte Frau ist im Laufe ihres Lebens einmal von Haarausfall betroffen", sagt Jenny Latz von dem Selbsthilfe-Verein Alopecia Areata in Krefeld. Ursache sind oft hormonelle Störungen, Erkrankungen der Kopfhaut, Mineralstoffmangel, Unverträglichkeit von Medikamenten oder die Folge einer Chemotherapie.

Die so genannte androgenetische Alopezie trifft vor allem Männer und führt bei ihnen zur Glatzenbildung. Sie ist genetisch veranlagt und hängt mit einem erhöhten Wert männlicher Geschlechtshormone zusammen. Aber auch 50 Prozent Patientinnen, die von Haarausfall betroffen sind, leiden darunter. Bei Frauen setzt die androgenetische Alopezie meistens erst nach den Wechseljahren ein. Eine Glatze bekommen sie selten, dafür aber lichteres Haar und eine höhere Stirn.

Bei hormonellen Störungen können Gynäkologen oder Endokrinologen
am besten weiterhelfen. "Ursache ist entweder Östrogenmangel, zu viel
Testosteron oder einer Erhöhung des Nebennierenrindenhormons DHEA",
erklärt Franz-Werner Olbertz, Gynäkologe in München. Bei Östrogenmangel oder Testosteronerhöhung hilft bei gut 90 Prozent der Patientinnen die Anti-Baby-Pille. Erhöhtes DHEA wird mit sehr niedrig dosiertem Kortison behandelt.

Hormonbedingter Haarausfall kann auch kurz nach einer Geburt auftreten und hält meist während der gesamten Stillzeit an. Ursache ist der plötzliche starke Abfall des Östrogens nach der Entbindung.

Nummer Zwei in der Haarausfall-Statistik ist der kreisrunde Haarausfall, die so genannte Alopecia areata. Hier fallen die Haare in scharf umgrenzten Flächen und meist büschelweise aus. Die exakte Ursache ist nicht restlos erforscht, Mediziner gehen aber von einer Autoimmunerkrankung aus. "Bei vielen Patienten scheinen einschneidende Lebensereignisse und großer Stress den entzündlichen Haarausfall ausgelöst zu haben", erklärt Georg Popp, Dermatologe in Augsburg.

Bei rund zwei Drittel der Patienten setzt der Haarwuchs zu einem späteren Zeitpunkt wieder ein. Allerdings nicht immer vollständig - einzelne Stellen können kahl bleiben. Mit Vitamin A und Kortison lässt sich dem Haarverlust jedoch manchmal Einhalt gebieten.


Autor: Springer Medizin
Stand: Apr 3, 2002


Sie lesen gerade:

Auch Frauen leiden unter Haarausfall

Seite empfehlen:
A A A


Ärzte Zeitung - DIE Tageszeitung für die Praxis

Täglich neue Meldungen zu medizinischen Themen von www.aerztezeitung.de

Kooperationspartner

cover_wissen_und_gesundheit_3_2011

Wissen & Gesundheit

Das Magazin für mehr Lebensqualität.

  • Gesund auf Reisen
    Zu Urlaubsvorbereitung gehört auch, Gesundheitsrisiken vorzubeugen.
  • Den Erfolg im Visier
    Magdalena Neuner findet die richtigen Rezepte, Leistungsdruck und Entspannung zu vereinbaren.
  • Dem Herzen Gutes tun
    Herzgesund leben ist nicht schwer – und lohnt sich immer!

Wissen & Gesundheit

LIFELINE Web-TV

Impfen bei Kindern und Jugendlichen

Sodbrennen mehr
Diabetes mehr
Neurodermitis bei Kindern mehr
Zum laufenden Programm

Lifeline auf Facebook

LIFELINE-Newsletter

19810324_frau_laptop_newsletter

Jetzt kostenlos anmelden!

Newsletter-Leser wissen mehr: Gesundheit, Service, Diskussionsforen. Und: Sie verpassen kein Gewinnspiel mehr.

zur Bestellung

Medizinrechts-Beratungsnetz

Behandlungsfehler? Krach mit der Krankenkasse?

Das Medizinrechts-Beratungsnetz bietet ein kostenloses Orientierungsgespräch bei einem Vertrauensanwalt in Ihrer Nähe. Beratungsscheine anfordern unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 0 73 24 83 (Mo. - Fr., 9 -17 Uhr) oder online unter
www.medizinrechts-beratungsnetz.de

mehr

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe informiert, klärt auf und berät in allen Belangen rund um den Schlaganfall.

mehr