Strahlentherapie
Strahlentherapie und mögliche Nebenwirkungen
Nach einer brusterhaltenden Operation ist eine Bestrahlung der Brustdrüse einschließlich der Wand des Brustkorbs heute Standard. Denn das Risiko, dass sich in diesem Bereich noch Tumorzellen befinden, ist nicht zu vernachlässigen.
Durch die Bestrahlung kann das Risiko eines Wiederauftretens des Tumors (Rezidiv) im Brustbereich nach brusterhaltender Operation stark reduziert werden. Daneben kommt die Strahlentherapie unter anderem bei der Behandlung von Tochtergeschwülsten, vor allem im Knochen, oder unter bestimmten Umständen nach Brustentfernung (Mastektomie) zum Einsatz.
Die Bestrahlungsgeräte und -techniken sind heute sehr weit entwickelt und die Strahlentherapie insgesamt sehr schonend: Es wird nur der Bereich bestrahlt, der auch betroffen ist. So lässt sich die Zahl der Nebenwirkungen und ihre Stärke senken.
Die Bestrahlung beginnt nach kompletter Heilung der Operationswunden, in der Regel etwa vier bis acht Wochen nach der Operation. Wird zuvor eine Chemotherapie durchgeführt, startet sie danach. Eine antihormonelle Therapie kann neben einer Bestrahlung stattfinden. Die Strahlentherapie dauert im Allgemeinen sechs Wochen.
Hautreaktionen sind häufig
Mit den heute zur Verfügung stehenden Geräten und Techniken kommt es im Vergleich zu früheren Jahren seltener zu Nebenwirkungen. Eine gründliche Planung und Durchführung der Strahlentherapie trägt ebenfalls zu einer Senkung der Rate an unerwünschten Wirkungen bei. Reaktionen dieser Art können während der Bestrahlungstherapie, aber auch nach Behandlungsschluss auftreten. Viele verschwinden wieder, doch einige sind bleibender Natur.
Häufig treten Hautreaktionen auf: z.B. Rötungen, Lösung oberflächlicher Hautschichten (Epitheliolyse), Schuppungen oder gelegentlich eine Schädigung der Schweißdrüsen eventuell mit der Folge dauerhaft trockener Haut. Möglich sind auch bleibende Überpigmentierungen der Haut oder erweiterte oder geplatzte Gefäße.
Vor allem entzündete Haut sollte sehr vorsichtig und möglichst nicht mit reizenden Stoffen wie Seifen, Deo-Sprays etc. behandelt werden. In einigen Fällen ist es für die Betroffenen ratsam, selbst auf klares Wasser bei der Reinigung der bestrahlten Hautregion zu verzichten. Auch bei der Kleidung sollte man darauf achten, dass sie locker sitzt und aus weichen, hautschonenden Stoffen besteht. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, die Reinigung und Pflege des betroffenen Areals mit dem Arzt zu besprechen.
Weitere Nebenwirkungen
Weitere Nebenwirkungen wie Übelkeit kommen heutzutage nur noch selten vor. In der Regel verschwindet diese wie auch die Müdigkeit wieder. Daneben tritt eventuell eine Schwellung aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen (Ödem) der Brust auf. Mögliche bleibende Schäden sind z.B. Vernarbungen (Fibrosen) von Lunge und Brust. Selten kann bei Bestrahlung von Lymphgefäßen ein Lymphstau in den Armen oder der Brust auftreten.



