Therapie
Betablocker reduzieren Metastasenbildung
Eine neue Studie gibt Hinweise, dass Betablocker einen erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung von Patientinnen mit Brustkrebs haben.
Eigentlich werden Betablocker bei Bluthochdruck und Herzmuskelschwäche eingesetzt. Eine klinische Studie der Universitäten Witten/Herdecke und Nottingham hat nun ergeben, dass das Mittel die Metastasenbildung reduzieren und auf diesem Weg die Überlebenschancen von Frauen mit Brustkrebs deutlich verbessern kann. Die Forscher Dr. Desmond Powe und Professor Frank Entschladen haben die Krankheitsdaten von Brustkrebspatientinnen analysiert. Dabei unterteilten sie die Frauen in drei Gruppen. Eine Gruppe wurde aufgrund von Bluthochdruck mit Betablockern behandelt, eine zweite Gruppe erhielt andere blutdrucksenkende Medikamente, während die Patientinnen der dritten Gruppe keinen Bluthochdruck hatten und daher keine Medikamente einnahmen. In der Gruppe mit dem Beta-Blocker zeigten sich deutlich weniger Metastasen. Die Patientinnen hatten außerdem eine um 71 Prozent erhöhte Lebenserwartung.
Prof. Entschladen erklärt: "Krebszellen können besonders dann gut und schnell wachsen, streuen und Metastasen bilden, wenn viele Stresshormone im Körper unterwegs sind. Die Beta-Blocker verhindern nun, dass die Stresshormone an den Krebszellen andocken können. Daher kommt es auch zu weniger Wanderungen und Streuungen."
Die Forscher halten es für möglich, dass Betablocker in Zukunft gezielt eingesetzt werden, um die Metastasenbildung aufzuhalten. In weiteren klinischen Studien müsste zunächst untersucht werden, bei welcher Dosis der erwünschte Nebeneffekt eintritt. „Wir haben aber gezeigt, dass mit den Beta-Blockern ein gut etabliertes, sicheres, und kostengünstiges Medikament vorhanden ist, um einen weiteren Schritt in Richtung gezielter Therapie bei Brustkrebs zu gehen“, erläutert Entschladen.



