frau_brustkrebs_operation_rekonstruktion

Brustaufbau

Studie zur natürlichen Rekonstruktion von Brüsten geplant

Australische Forscher haben eine Art Biocontainer entwickelt, der das natürliche Brustgewebe nach einer Operation dazu anregen soll, wieder zu wachsen.

Die Forscher vom Bernard O’Brien Institute of Microsurgery in Melbourne wollen die neue Technik nächstes Jahr in einer klinischen Studie mit sechs Patientinnen testen. Das Team berichten von Versuchen mit Schweinen, Ratten und Mäusen, bei denen sich das verbliebene Fettgewebe der Brust in einer Kammer vermehren ließ. Wenn es gelingt, das Verfahren auch am Mensch erfolgreich anzuwenden, könnten damit vorrangig all jenen Frauen geholfen haben, denen aufgrund einer Brustkrebserkrankung eine oder beide Brüste abgenommen werden mussten.

Anzeige

Das Team um Gewebespezialist Kevin Cronin berichtet im Fachmagazin „Nature“, dass es erstmals gelungen ist, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem sich Gewebe innerhalb des Körpers züchten lässt. Dazu ist es erforderlich, eine Kammer zu implantieren, in der sich eine gerüstartige Struktur befindet. Ähnlich wie bei der Wundheilung wandern umliegende Zellen in die Hohlräume des Gerüsts und bilden neue Gewebeklumpen. Außerdem enthält die Kammer ein Gel, dass die Bildung von Fettgewebe anregt. Das Gerüst löst sich mit der Zeit von allein auf, und die Zellklumpen reifen zu vollständigen Gewebeverbänden aus.

Damit das neue Gewebe mit Blut und Nährstoffen versorgt wird, muss der Chirurg neue Blutgefäße schaffen, bzw. bestehende Gefäße umleiten. Mit Abstoßungsreaktionen muss den Forschern zufolge nicht gerechnet werden, da sich das entstandene Fettgewebe aus körpereigenen Stammzellen gebildet hat. In seltenen Fällen seien bei Versuchen mit Ratten jedoch Entzündungsreaktionen in der Umgebung des Biocontainers zu beobachten gewesen.

Bevor das neue Verfahren standardmäßig angewendet werden kann, müssen noch einige Risiken ausgeräumt werden. So müsse sichergestellt werden, dass bei der Brustoperation alle Krebszellen entfernt wurden, weil sich aus dem neuen Gewebe andernfalls wieder eine Geschwulst bilden könnte. Außerdem sei noch nicht sicher, wie die auf diesem Weg rekonstruierte Brust aussehen wird, da es den Forschern noch nicht gelungen ist, die Größe und Form des neu gebildeten Gewebes zu kontrollieren.


Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift „Nature“
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: Nov 16, 2009


Sie lesen gerade:

Studie zur natürlichen Rekonstruktion von Brüsten geplant

Seite empfehlen:
A A A
Anzeige

Bilderstrecke

Bilderstrecke_brustkrebs_exclusiv

Die Selbstuntersuchung der Brust

Einmal im Monat sollte jede Frau ihre Brüste in aller Ruhe abtasten.

mehr

Expertenrat

film_meier_wiehn_arztgespraech

Fragen Sie einen Arzt

Engagierte Ärzte beraten Sie zum Thema Brustkrebs - schnell und kostenlos.

mehr

Mentale Fitness

exklusiv_mentale_fitness_frau_arme

Geistige Fitness ist formbar und erhaltbar

Wie kann ich sie verbessern, was sollte ich vermeiden? Hier finden Sie praktische Tipps, geeignete Lernstrategien und Aufgaben für das praktische Training des Gehirns.

mehr

Special Schweinegrippe

Immer auf dem neuesten Stand

Aktuelle Entwicklung und Informationen zur Ausbreitung der Schweinegrippe, Hygienemaßnahmen, Impfstoffen und vieles mehr finden Sie im Special Schweinegrippe auf lifeline. Ein Expertenrat beantwortet kostenlos und zeitnah Ihre Fragen.

zum Special Schweinegrippe