Von Hautbrennen bis Brandblasen

Sonnenbrand – wenn Strahlen die Haut stressen

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Die ersten heißen Tage sind besonders Sonnenbrand-gefährlich, viele unterschätzen die Energie der UV-Strahlen.

Deutschland stöhnt unter der Hitze, viele nutzen die Tage zum Sonnenbaden an Flüssen und Seen. Wer die Intensität der Sonne unterschätzt oder verpasst, die Sonnencreme lückenlos aufzutragen, bekommt aber schnell die Quittung in Form eines Sonnenbrands.

Jeder kennt das unangenehme Symptom: Ein Sonnenbrand äußert sich durch eine Rötung der Haut. Die betroffenen Partien erwärmen sich, weil sie stärker durchblutet werden, und schwellen leicht an. Drückt der Betroffene darauf, erscheint ein weißer Abdruck, der sich rasch wieder wie die umliegende Haut rot färbt. Die Haut brennt und schmerzt.

Wirkt die UV-Strahlung noch länger auf die Haut ein, sammelt sich Flüssigkeit und es bilden sich Blasen, ähnlich wie bei einer Verbrennung oder Verbrühung mit Wasser. Die Haut wird druckempfindlich, das Liegen auf der verbrannten Haut ist schmerzhaft bis unerträglich. Außerdem erhöhen sonnenbedingte DNA-Schäden – allen voran die sogenannten Thymindimere – das Risiko für Hautkrebs. In besonders schweren Fällen leiden Sonnenbrand-Betroffene sogar an Schocksymptomen wie Fieber, Kreislaufstörungen, Übelkeit und generellem Unwohlsein.

Die Haut juckt und schält sich ab

Ein Sonnenbrand – ob schwer oder leicht – wird meist erst nach einigen Stunden sichtbar, die Rötung erreicht dann innerhalb von 24 Stunden ihre Blüte. Bis die Beschwerden abklingen, kann über eine Woche verstreichen. Wenn ein Sonnenbrand abheilt, juckt die betroffene Haut und löst sich meist sogar ab. Im Fall eines leichten Sonnenbrands schlägt die Rötung hinterher meist in eine Bräunung der Haut um.

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Nach einem ausgeprägten Sonnenbrand löst sich die geschädigte Haut ab.

Die Ursache des Sonnenbrands ist eine lokale Entzündungsreaktion der Haut (fachsprachlich: Dermatitis solaris) durch die kurzwelligen UV-Anteile der Sonnenstrahlung. Man unterscheidet UV-A, UV-B und UV-C. Während UV-C von der Ozonschicht gefiltert wird, erreichen Teile von UV-B- und UV-A-Strahlung die Erde. UV-A sorgt für die schnelle Pigmentierung der Haut mit Melanin – der Mensch wird braun. UV-B-Strahlen dagegen bewirken eine langfristigere Bräunung, die die Haut vor zukünftiger Sonnenstrahlung schützt. UV-B dringt jedoch dazu in tiefere Hautschichten vor. Dort schädigen die Strahlen einerseits das Erbgut, sorgen zugleich aber für die Produktion des lebenswichtigen Vitamins D.

Melaningehalt der Haut bestimmt die Eigenschutzzeit

Je nach Hauttyp hat jeder Mensch eine unterschiedliche Eigenschutzzeit, was Sonnenstrahlung angeht. Hellhäutige Typen, etwa rot- oder blondhaarige Menschen, müssen sich mehr in Acht nehmen und brauchen einen höheren Lichtschutzfaktor in der Sonnencreme, um Sonnenbrand vorzubeugen. Dunklere Hauttypen halten es bis zu 40 Minuten ohne Schutz in der Sonne aus, länger sollten auch sie ihr Schicksal nicht herausfordern.

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Besonders stark sonnenbrandgefährdet sind die sogenannten Sonnenterrassen, etwa Nase, Stirn und Schultern. Hier ist ein höherer Lichtschutzfaktor angesagt. Außerdem muss Sonnencreme regelmäßig nachgelegt werden. Lange Kleidung und eine Kopfbedeckung schützen zusätzlich zum Sonnenbrand vor dem sehr unangenehmen bis gefährlichen Sonnenstich.

Gesund sonnen
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    Lange Kleidung

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    (c) Stockbyte

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Letzte Aktualisierung: 19. Juni 2013

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