Brazilian Waxing auch für den Intimbereich geeignet

Sugaring selber machen: Haarentfernung mit Zuckerpaste

Sugaring, das zum Brazilian Waxing zählt, ist eine Methode zur Haarentfernung, bei der eine Zuckerpaste gegen den Haarstrich aufgetragen und anschließend abgezogen wird. Im Gegensatz zu der bislang weit verbreiten Enthaarungsmethode mit wamem Wachs oder Kaltwachsstreifen kann die Paste auf Zuckerbasis ganz leicht selbst hergestellt werden. Wir verraten, worauf es beim Sugaring ankommt und wie Sie es einfach selbst machen können.

Sugaring ist Haarentfernung mittels Zuckerpaste
Beim Sugaring wird eine warme Paste aus Zucker, Wasser und Zitronensaft gegen die Haarwuchsrichtung auf die Haut aufgetragen und anschließend abgezogen. Haare ab drei Millimeter Länge bleiben in der Zuckerpaste kleben und werden an der Wurzel aus der Haut gezupft.
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Körperbehaarung ist out. Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen: So kamen verschiedene Umfragen in den letzten Jahren zu dem Schluss, dass sich 85 Prozent der Männer eine intimenthaarte Partnerin wünschen und nahezu 100 Prozent haarfreie Achseln bevorzugen und von seidig glatten Beinen träumen.

Bei Frauen ist der Wunsch nach einem glatt rasierten Männergesicht und einer haarlosen Brust mit rund 90 Prozent ebenso ausgeprägt. Während nur 25 Prozent kein Achselhaar am Mann finden möchten und weitere 50 Prozent zumindest kurzes Achselhaar dulden, gilt die Intimenthaarung beim Mann inzwischen schon fast als obligat.

Sugaring ist effektiv und tut nicht weh – stimmt das auch im Intimbereich?

Die Körperenthaarung mittels Zuckerpaste ist in Deutschland noch gar nicht so alt, obwohl die Methode rund um den Globus verbreitet ist: So kennt man im arabischen Raum das Haarentfernungsmittel aus Zucker und Zitronensaft als Halawa, türkisch auch Ağda genannt, seit vielen Jahrhunderten. In Deutschland wurde die Methode erst mit der Verbreitung von Beauty- und Kosmetikketten bekannter, die auf Hautreinigung und Enthaarung spezialisiert sind. In diesen Instituten und Salons gilt Sugaring als Goldstandard der Körperenthaarung. Die Vorteile der Methode mit der süßen Klebmasse:

  • Sugaring ist deutlich weniger schmerzhaft als maschinelles Epilieren oder Waxing, also dem Ausreißen der Haare mittels warmem Wachs oder Kaltwachsstreifen, die nur an den Haarenden und leider überwiegend auf der Haut kleben.

  • Sugaring ist gründlicher als Waxing. Die Zuckerpaste haftet nicht nur oberflächlich, sondern lässt sich bis in die Haarfollikel einarbeiten. Das erhöht die haftende Oberfläche, verhindert ein Abreißen der Haare in der Wuchslänge und macht diese Methode besonders effektiv, auch bei kürzeren Härchen.

  • Sugaring ist hautschonender, denn das Haar wird von der warmen Zuckerpaste mit Zitronensaft aus der Haut gelöst. So entfallen mehrere Enthaarungsdurchgänge auf derselben Hautpartie und es entstehen deutlich weniger Rötungen als beim gängigen Waxing.

  • Sugaring ist für sensible Körperstellen und den Intimbereich bestens geeignet. Aufgrund der bereits beschriebenen guten Verträglichkeit lassen sich auch empfindliche Körperstellen mit dieser Methode besonders gut enthaaren, etwa die Oberlippe gegen einen Damenbart, Achseln, Unterarme, beim Mann die Brust oder der Rücken, und neben dem klassischen Anwendungzonen an den Beinen auch der Intimbereich, da der dortige pH-Wert nicht beeinflusst oder empfindliche Schleimhäute gereizt werden.

Wie lange hält die Enthaarung mit Sugaring vor?

Ausgehend von einem durchschnittlich schnellen Haarwachstum hält der Effekt zwischen drei und vier Wochen an. Ein deutlicher Vorteil gegenüber dem Rasieren, bei dem schon am nächsten Tag wieder ein kratziges Gefühl der Haut einstellt, wenn die Haare stoppelig nachgewachsen sind. Nach dem Waxing kommen zunächst eher dünne, blasse Haare nach, die neu im Haarfollikel gebildet werden. Diese fallen optisch deutlich weniger auf und sind weich und somit kaum zu spüren.

Für die Anwendung von Wachsstreifen werden mehrere Millimeter Haarlänge vor einer Neubehandlung empfohlen. Das Sugaring ist auch für kürzere Haare gut geeignet: Während die Wachsstreifen wie Klebeband an der Oberfläche der Haare und leider auch an der Haut selbst anhaften, was zum typischen Abziehgeräusch und den eigentlichen Schmerzen beim Waxing führt, haftet die Zuckerpaste nur wenig an der Haut und dringt dafür durch ihre besondere Konsistenz in die Haarstruktur und in die Haut rund um die Haarwurzel ein. Das erhöht die Oberfläche und sorgt für eine stärkere Verbindung zwischen der süßen Klebmasse und den Haaren. Die Säure des Zitronensafts löst das Haar zusätzlich an und erleichtert das Herausziehen der Haare spürbar.

DIY-Rezept: Zuckerpaste fürs Body-Sugaring einfach selber machen

Die Herstellung der Halawa oder Ağda genannten Zuckerpaste ist ganz einfach. Alle Zutaten sind im Lebensmittelhandel erhältlich und die Paste lässt sich in einem kleinen Topf einfach selbst einkochen.

Das Rezept für selbstgemachte Sugaring-Paste:

  • 1 Glas Zucker (weißer Kristallzucker)
  • 1/8 Glas Wasser
  • 1/8 Glas Zitronensaft (frisch gepresst oder fertig, kein Konzentrat)

Immer wieder findet man in den Rezepten für Halawa auch einen Teelöffel Salz. Dieser soll die Haltbarkeit der Paste verlängern, die nach einer Behandlung übrig bleibt und in ein paar Wochen wieder verwendet werden könnte. Stellen Sie die Paste aber besser immer frisch her.

  • Dazu kommen die drei Zutaten in einen Topf oder eine beschichtete Pfanne und werden langsam unter ständigem Rühren aufgekocht. Dabei karamellisiert der Zucker und das Wasser verdampft. Wichtig hierbei: nicht zu große Hitze verwenden, da der Zucker sonst nicht karamellisiert, sonder stinkend anbrennt.

  • Nehmen Sie die Flüssigkeit von der Kochstelle, sobald sich kleine Blasen bilden und rühren Sie weiter.

  • Wiederholen Sie den Vorgang bis zu zehn mal, bis sich eine bernsteinfarbene, zähflüssige Masse gebildet hat.

  • Füllen Sie Ihre Sugaring-Paste in ein erhitzbares Gefäß um, etwa eine Plastikschale (mit Deckel) und lassen Sie sie langsam auskühlen, bis diese Hauttemperatur erreicht hat.

  • Während der Anwendung können Sie die Masse in der Schüssel in ein warmes Wasserbad legen, damit sie zähflüssig und formbar bleibt und nicht zu einer harten Platte erstarrt. Ansonsten können Sie diese in der Mikrowelle kurz erwärmen und weiterverwenden.

So wirds gemacht: Anleitung zum Sugaring

  1. Haut vorbereiten
    Reinigen Sie die Haut, am besten duschen, aber nicht eincremen. Das betreffende Areal kann sogar mit einem Desinfektionsmittel vorbehandelt und anschließend gepudert werden. Danach ist die Haut fettfrei und die Zuckerpaste haftet besser. Das Desinfektionsmittel soll Entzündungen vorbeugen.

  2. Warme Paste auftragen
    Ob mit dem Finger, einem Löffel oder Spatel – wie Sie die Masse am leichtesten auftragen, müssen Sie für sich selbst herausfinden. Wichtig ist nur: Tragen Sie die Sugaring-Paste gegen die Haarwuchsrichtung (Strich) auf und arbeiten Sie sie in die Haut ein. So gelangt die Paste bis in die Haarfollikel und die Haare selbst stehen auf und werden von der Zuckerpaste komplett umschlossen.

  3. Paste abziehen
    Ziehen Sie die Paste selbst von einer Ecke her ab oder legen Sie ein Stück Küchenkrepp darauf, so wie Sie es von Wachsstreifen her kennen. Beides ist möglich, aber immer nur in Wuchsrichtung abziehen, also entgegengesetzt zur Auftragrichtung!

  4. Wiederverwendung möglich
    Die abgezogene Masse klebt immer noch und kann weitere Haare aufnehmen, Sie können sie also direkt auf der nächsten Hautstelle erneut aufarbeiten.

Eine Sugaring-Behandlung dauert eine Weile. Planen Sie für Ihre private Spa-Behandlung entsprechend Zeit ein: Für die Herstellung der Paste mit anschließendem Auskühlen sollten Sie etwa 60 Minuten einkalkulieren. Dieselbe Zeit benötigen Sie dann noch mal, wenn Sie Ihre Beine selbst enthaaren wollen.

Lassen Sie sich von Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner helfen, um Zeit zu sparen oder schwer erreichbare Körperpartien zu behandeln. Tragen Sie die Paste niemals zu heiß auf, da sonst Verbrennungen drohen.

Was kostet Sugaring oder Brazilian Waxing?

Die nachfolgende Preisliste dient als Orientierung. Bundesweit und je nach Anbieter können hier Preisabweichungen um mehrere Euro entstehen. Ebenso sind Preisstaffelungen bei Kombinationen möglich. Die Kostentabelle gibt gemittelte Werte wieder, Sonderangebote wurden nicht berücksichtigt (Stand: Januar 2016).

Region Frau Mann
Gesicht
Oberlippe 10 €  
Kinn 10 €  
Wangen 15 €  
Komplett 25 €  
Körper
Achseln 20 € 22 €
Arme 22 € 29 €
Bauch   30 €
Beine komplett 52 € 70 €
Beine und Bikinizone 55 €  
Bikinizone 22 €  
Brust   35 €
Brust und Bauch   55 €
Hände 12 € 15 €
Oberschenkel bis Knie 30 € 39 €
Oberkörper komplett   120 €
Rücken   65 €
Rücken, Nacken & Schultern   80 €
Unterschenkel mit Knie und Fuß 32 € 42 €
Intimregion
Komplett 40 € 45 €
Komplett + Pofalte 45 € 50 €
Pobacken 28 € 30 €

Sugaring ist auch für Allergiker ungefährlich

Aufgrund der natürlichen Inhaltsstoffe ist das Sugaring selbst bei empfindlicher Haut oder für Allergiker geeignet. Die Zuckermasse ist zwar nicht als Bonbon gedacht, aber wäre auch beim Verschlucken für Kinder oder Tiere völlig ungefährlich.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 29. Januar 2016
Quellen: Umfrage von Bildkontakte.de: "Körperbehaarung ist out"; http://www.bildkontakte.de/w/presse/de_DE/pressemitteilungen/korperbehaarung-ist-out-umfrage-der-partnerborse-bildkontakte-de.html (Abruf 19.1.2016)

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