Krebserregende Farbstoffe

Gesundheitsrisiko Tattoo

Schwarze Tätowierung besonders oft bedenklich

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Welche Qualität eine Tattoofarbe hat, liegt in der Verantwortung des Tätowierers.
Narong Sangnak / dpa

Neun Millionen Deutsche dürften mittlerweile eine Tatöwierung tragen. Die meisten von ihnen haben sich damit einem unkalkulierbaren Gesundheitsrisiko ausgesetzt: In vielen der verwendeten Farben stecken Gifte, sie unterliegen keiner Zulassungspflicht.

Immer wieder stoßen die Überwachungsbehörden auf gesundheitlich bedenkliche Tätowierfarben. Darauf weist der Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst hin. Prüfer der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen nahmen 2011 26 Tattoofarben unter die Lupe – je 13 bunte und schwarze. Sie stießen bei 22 der 26 Proben Hinweise auf eine bedenkliche Zusammensetzung beziehungsweise mangelhafte Kennzeichnung.

In acht von 13 untersuchten schwarzen Tattoofarben entdeckten sie bedenkliche Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und stuften sie daher als „geeignet, die Gesundheit zu schädigen“ ein. Darüber hinaus bilden PAK im Zusammenspiel mit UVA-Strahlung durch Sonne oder Solarium in der Haut freie Radikale (Singulett-Sauerstoff). Diese reaktionsfreudigen Moleküle schädigen die DNA der Körperzellen und können so Krebs auslösen.

Autolack und Druckertinte unter der Haut

Viele bunte Tätowierfarben enthalten zudem Farbpigmente, die eigentlich für die Industrie gedacht sind, etwa für Autolacke, Schreibtinten oder Druckerfarben. Erst seit 2005 ist der Umgang mit den Farben in Deutschland rechtlich geregelt, 2009 trat die Tätowiermittel-Verordnung in Kraft. Zwar dürften laut dieser keine Farbstoffe verwendet werden, bei denen zweifelhaft ist, ob sie gesundheitlich unbedenklich sind. Allerdings sind die Farben nicht zulassungspflichtig, bevor sie verwendet werden.

Das heißt, dass allein der Hersteller oder Importeur bis zum Öffnen des Behälters die Verantwortung dafür trägt, dass das Produkt die Gesundheit nicht gefährdet. Alle Bestandteile der Farbe müssen auf der Verpackung genannt werden. Sobald die Flasche offen ist, müsse der Tätowierer darauf achten, dass er die Mindesthaltbarkeit und vorgegebene Verwendungsdauer nicht überschreitet und die Farbe hygienisch korrekt aufträgt.

 

Jeder vierte junge Deutsche trägt den permanenten Hautschmuck

Laut einer Erhebung der Uni Leipzig aus dem Jahr 2009 ist in Deutschland auf die Gesamtbevölkerung gerechnet jeder Zehnte tätowiert. Von den jungen Menschen zwischen 14 und 34 hat aber fast jeder Vierte seinen Körper dauerhaft verzieren lassen.

So wird ein Tattoo gestochen
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    1. Motivbesprechung

    Bevor es unter die Nadel geht muss das Motiv genau besprochen sein. Korrekturen sind hinterher nur minimal möglich. Eine exakte Vorlage ist hilfreich. Dazu gibt es in Tattoo-Studios, aber auch im Internet eine Vielzahl an Vorlagen. Aber auch selbst gezeichnete Motive sind möglich, die dann vom Tätowierer überarbeitet werden können.

    (c) Andreas Gill

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    2. Hautvorbereitung

    Damit beim späteren Tätowieren keine Hautkeime für Entzündugen sorgen, wird die zu tätowierende Stelle großflächig gesäubert (Cremes, Bodylotion, etc.) und gründlich desinfiziert. Nach der Einwirkzeit wird für den nächsten Schritt nochmals ein Feuchtigkeitsfilm auf die Haut gesprüht.

    (c) Andreas Gill

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    3. Schablone übertragen

    Der Tätowierer zeichnet das gewünschte Motiv auf ein Transferpapier. Damit werden Proportionen und Details sicher auf die Haut übertragen und das Motiv kann genau positioniert werden. Das Transferpapier haftet auf der angefeuchteten Haut und die Linien übertragen sich von selbst.

    (c) Andreas Gill

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    4. Erste Prüfung - gefällt mir?

    Jetzt gibt es den ersten Vorgeschmack auf das Tattoo: Größe und Stelle können jetzt im Stehen und Liegen betrachtet werden. Noch kann alles weggewischt werden - sonst kommt der nächste Schritt...

    (c) Andreas Gill

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    5. Tätowiermaschine

    Sieht ein wenig aus wie ein riesiger Kugelschreiber mit Außenbordmotor - die Tätowiermaschine. Der Tätowierer legt eine frische Nadel ein, die je nach Aufgabe eine oder auch mehrere Spitzen haben kann.

    (c) Andreas Gill

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    6. Konturen vortätowieren

    Jetzt wird es Ernst: die wichtigsten Hilfslinien werden vortätowiert. Wischt der Tätowierer überschüssige Tinte von der Haut, so verschwinden auch die Hilfslinien des Transferpapiers. Die tätowierten Konturen bleiben erhalten.

    (c) Andreas Gill

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    7. Zeichnen und Füllen

    Stück für Stück arbeitet sich der Tätowierer durch das Motiv: Umrandung, Füllung, Details. Immer wieder wird dabei die Nadel in die Spezialtinte getaucht.

    (c) Andreas Gill

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    8. Der Künstler bei der Arbeit

    Je nach Motiv kann eine Sitzung zwischen einer halben Stunde und mehreren Stunden am Stück dauern. Für komplexe Motive sind mehrere Termine notwendig, die in der Regel in einem Abstand von vier Wochen gewählt werden, damit die Haut Zeit zum Heilen hat.

    (c) Andreas Gill

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    9. Das fertige Motiv

    Unser Motiv - der Skorpion in Sternzeichenschrift - war in einer guten halben Stunde gestochen. Die Haut ist noch gereizt, aber die aufgetragenen Heilsalbe hilft bei der Regeneration.

    (c) Andreas Gill

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    10. Heilungsprozess

    Hier der Tag danach: Zwischen zwei und vier Wochen sollten Sie für die Heilung einkalkulieren. In dieser Zeit braucht die Haut noch viel Pflege, Sonnenschutz und Polster gegen Druck und Abrieb.

    (c) Andreas Gill

Autor: Sarah Wagner
Letzte Aktualisierung: 13. Februar 2013
Quellen: dpa; Pressemitteilung des Landesverbands Sachsen: http://www.lebensmittel.org/aktuelles/monatsartikel/280-monatsartikel14.html

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