Asthma-Management
Der Asthmatiker als Manager seiner Erkrankung
Viele chronisch Kranke sind schockiert, wenn sie erstmals von ihrer Diagnose erfahren. Unzählige Fragen und Ängste schießen ihnen durch den Kopf: Wie gefährlich ist die Erkrankung? Kann man sie heilen? Welche Therapien gibt es? Was bedeutet die Krankheit für meine Zukunft? Und wie wird sie mein Leben beeinflussen? Ähnlich geht es auch Asthmatikern.
Dank moderner Therapiekonzepte lassen sich beim Asthma auf viele dieser Fragen beruhigende Antworten finden. Wenn der Betroffene von einem Arzt behandelt wird, der sich mit der Asthma-Therapie auskennt, und wenn er seinen Teil zum Therapieerfolg beiträgt, bleibt sein Leben in der Regel trotz der Erkrankung lange ohne wesentliche Einschränkungen. Doch wie kann er dies anstellen?
Dauertherapie ist wichtig
In der Behandlung steht zunächst die medikamentöse Therapie (s. auch medikamentöse Therapie) an erster Stelle. Auf ihren Erfolg hat der Patient einen entscheidenden Einfluss. Denn nur wenn er konsequent den Empfehlungen seines Arztes folgt, können die Medikamente sowohl die Asthma-Anfälle bessern als auch das Risiko für Spätfolgen mindern. Das heißt in vielen Fällen: Die Medikamente auch dann noch anwenden, wenn es wieder besser geht und keine Symptome mehr zu spüren sind.
Selbstkontrolle nach dem Ampelschema
Bei der medikamentösen Therapie spielt die Selbstkontrolle des Patienten eine wichtige Rolle. Dafür überprüft er mehrmals am Tag seine Lungenfunktion mit Hilfe eines speziellen Messgerätes, dem Peak-Flow-Meter (s. auch Untersuchungen). Zum einen sollten diese Werte in einem Tagebuch notiert werden, damit der Arzt den Verlauf der Erkrankung überprüfen kann. Zum anderen sind die Messwerte wichtig, um Notfälle frühzeitig erkennen und auf sie nach dem so genannten Ampelschema reagieren zu können:
ROT:
Bei einem Peak-Flow-Wert, der 50% unter dem persönlichen Bestwert liegt, sollte der Asthmatiker sofort einen Arzt bzw. eine Klinik aufsuchen. Darüber hinaus ist es wichtig, ruhig zu bleiben und die Atmung mit speziellen Techniken zu unterstützen (s. auch nicht medikamentöse Therapie).
GELB:
Beim Peak-Flow-Wert zwischen 50% und 80% des persönlichen Bestwertes erfolgt nach Absprache mit dem Arzt vorübergehend die Einnahme von zusätzlichen Medikamenten und/oder eine individuelle Erhöhung der Medikamentendosis.
GRÜN:
Bei einem Peak-Flow-Wert zwischen 80% und 100% des persönlichen Bestwertes ist alles in Ordnung - der Patient kann seine Behandlung unverändert weiterführen.
Die genaue Reaktion auf die Messwerte muss im Einzellfall immer mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Mit anderen Worten: Der Asthmatiker braucht das Peak-Flow-Meter wie der Hochdruck-Patient das Blutdruck-Messgerät oder der Diabetiker sein Blutzucker-Messgerät.
Krank machende Stoffe meiden
Auch bei den nicht medikamentösen Methoden (s. auch nicht medikamentöse Therapie) spielt das Engagement des Patienten eine zentrale Rolle. Hat er ein allergisches Asthma, empfiehlt es sich, das Allergen zu meiden, welches seine Anfälle auslöst. Das kann vergleichsweise einfach sein - beispielsweise die Freundin mit Katze nicht mehr bei ihr zu Hause treffen. Schwer wiegendere Fälle können jedoch auch eine unfassendere Umstellung des Lebensstils notwendig machen - beispielsweise das eigene Haustier abschaffen oder Aktivitäten unter freiem Himmel nach dem Pollenkalender planen. Auch das Erlernen von Atem- oder Entspannungstechniken, die ergänzend sehr hilfreich sind, setzt natürlich Willen und Durchhaltevermögen beim Patienten voraus.
Schulungen machen Patienten souverän
Auf den ersten Blick kann sich ein Patient von diesen Aufgaben überfordert fühlen. Doch wie bei anderen chronischen Erkrankungen ist für eine optimale Lebensqualität und Symptomkontrolle wichtig, dass sich der Betroffene auf seinen Arzt verlässt, und gleichzeitig zum Manager seiner Erkrankung wird. Das ist leichter als es klingt: Denn wer sollte den Körper und seine Reaktionen besser kennen als der Erkrankte selbst? Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass er umfassend über seine Erkrankung und die Möglichkeiten der Therapie informiert ist. Nur so kann er begreifen, welche Bedeutung die dauerhafte Behandlung hat. Außerdem lernt er, die eigenen Symptome einzuschätzen und auf schwierige Situationen souverän zu reagieren. Informationen und Unterstützung erhalten Asthmatiker in Schulungen, die immer häufiger angeboten werden. Für Kinder gibt es spezielle Schulungen, die eine kindgerechte Ansprache haben und die Eltern mit einbeziehen. Auch der Austausch mit anderen Patienten über die Erkrankung, die Behandlung und praktische Erfahrungen im Alltag kann sehr hilfreich sein. Besonders Selbsthilfegruppen sind wichtige Ansprechpartner.
Weitere Tipps für Asthmatiker, ein Bestellformular für ein Asthma-Tagebuch, sowie viele weitere Informationen finden Sie auf der Website
www.luft-zum-leben.de.



