Frau atmet Sauerstoff

Aufbau und Funktion

Beim Asthma ist die Lungenfunktion gestört

Sauerstoff ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Nur wenn er ausreichend zur Verfügung steht, kann der Körper Energie gewinnen und Wärme produzieren. Die Bedeutung der Sauerstoff-Zufuhr lässt sich erkennen, wenn sie behindert ist - beispielsweise beim schweren Asthma-Anfall: Der Betroffene erleidet innerhalb kürzester Zeit Todesängste.

Weil das Atmen für uns so wichtig ist, geschieht es meistens völlig unbewusst. Nur bei körperlichen Anstrengungen oder krankhaften Atemstörungen kann plötzlich in unser Bewusstsein treten, wie nötig die Luftzufuhr ist. Wieviel Sauerstoff wir aufnehmen können, ist individuell unterschiedlich. Es hängt ab von unserem Atemvolumen und von unserer Atemfrequenz. Beide Größen ändern sich mit den Anforderungen des Körpers und können beispielsweise bei körperlicher Belastung deutlich steigen. In Ruhe atmen wir ungefähr 16-mal in der Minute und nehmen pro Atemzug etwa 0,5 l Luft auf. Auf einen Tag hochgerechnet bewegt sich unsere Lunge demnach immerhin rund 23.000-mal auf und ab.

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Nasenatmung schützt vor Lungenerkrankungen

Beim Einatmen gelangt die Luft zunächst in die oberen Atemwege, also durch Mund oder Nase über den Rachenraum zum Kehlkopf. Da in der Nase bereits Staubpartikel und andere größere Verunreinigungen im Sekret der Schleimhäute gebunden werden und diese Filterwirkung im Mund fehlt, ist die Nasenatmung vorzuziehen: Chronische Mundatmung führt zu stärkerer Verunreinigung und erhöht das Risiko von Lungenerkrankungen.

Am Kehlkopf befindet sich der Übergang von den oberen zu den unteren Atemwegen, deren Anfang die 10-12 cm lange Luftröhre bildet. Von hier strömt die Luft in den rechten und linken Hauptbronchus, beide versorgen jeweils einen Lungenflügel mit Sauerstoff. Die Hauptbronchien münden in den Bronchialbäumen, einem sehr fein verzweigten System kleinster, röhrenartiger Gefäße, die in etwa 300 Millionen kleinen Lungenbläschen (Alveolen) enden - sie geben der Lunge ihr schwammartiges Aussehen. Diese "Mini-Luftballons" haben einen Durchmesser von 0,2-0,3 mm. Ihre Wände sind von einem feinen Netz kleinster Blutgefäße (Kapillaren) durchzogen, die einen raschen Austausch der Atemgase ermöglichen, ohne dass das Blut in direkten Kontakt mit der Luft kommt: Atmen wir ein, füllen sich die Lungenbläschen und der Sauerstoff tritt ins Blut über. Gleichzeitig kann das Kohlendioxid aus dem Blut in die Lungenbläschen gelangen und ausgeatmet werden. Dank der enormen Oberfläche der unzähligen Lungenbläschen geht dieser Gasaustausch sehr schnell vonstatten.

Die Lunge bewegt sich passiv

Das Einatmen wird durch die Bewegung des Brustkorbs gesteuert, der die Lunge gleichzeitig schützt. Er ist über das Rippen- und das Lungenfell so mit der Lunge verbunden, dass sich beide gegeneinander bewegen können, die Lunge jedoch jede Bewegung des Brustkorbes mitmacht. Durch ein Zusammenspiel verschiedener Muskeln - zu den wichtigsten gehören die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell - kommt es zu einer aktiven Dehnung des Brustkorbes. Die Lunge weitet sich. Dadurch entsteht in ihren Hohlräumen ein Unterdruck - die Umgebungsluft wird eingesaugt, man atmet ein. Das Ausatmen erfolgt demgegenüber zunächst passiv. Die angespannten Muskeln entspannen, der Brustkorb fällt ein, die Lunge wird zusammengedrückt und die Luft strömt wieder aus. Zusätzlich können die Bauchmuskeln ins Spiel kommen. Werden sie angespannt, unterstützen sie das Ausatmen der Luft aktiv.

Schadstoffe werden im Schleim gebunden

Da wir über die enorme Oberfläche der Lungenbläschen in ständigem Kontakt zu der Außenwelt stehen, übernehmen neben der Nase auch die Bronchien eine wichtige Abwehrfunktion. Ständig müssen sie sich gegen schädliche Stoffe wehren. Dies gelingt, weil ihre innere Zellschicht spezielle Drüsen zur Befeuchtung der Atemluft und zur Sekretion von Schleim (Mucus) enthält. Gelangen Staubpartikel oder Schmutz über die Luft in die Atemwege, werden sie von dem Schleim gebunden. Den Rücktransport nach draußen übernehmen unzählige kleine Flimmerhärchen, die in der Schleimhaut sitzen und etwa 1000-mal pro Minute schlagen. Den Schleim und die gebundenen Fremdstoffe husten wir ab oder verschlucken wir, ohne es zu merken.

Asthma: Entzündungsreaktion mit schwer wiegenden Folgen

Beim Asthma reagiert die Bronchialschleimhaut auf bestimmte Reize (z.B. Allergene) mit einer Entzündungsreaktion: Abwehrzellen wandern ein und schütten spezielle Substanzen aus (s. auch Krankheitsentstehung). Die fehlgeleitete Immunreaktion hat im Wesentlichen drei schädliche Folgen: Die mittleren und kleinen Luftwege verkrampfen, die Schleimhäute schwellen an und die Drüsen produzieren sehr viel zähflüssigen Schleim. Dies behindert zunächst besonders das Ausatmen, weil in dieser Situation die Atemwege von vornherein enger sind. Der Betroffene bemerkt es, weil er Probleme beim Ausatmen hat und gegebenenfalls Atemgeräusche hört. Häufig liegt auch ein Reizhusten vor. In schweren Fällen kann es zu einer massiven Atemnot kommen.

Frühe und konsequente Therapie ist wichtig

Häufig wird diese Entzündung zunächst durch allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe ausgelöst. Im weiteren Verlauf kann es jedoch zu einer generellen Überempfindlichkeit der Bronchien kommen. Dann treten die Asthma-Anfälle häufiger auf und werden auch durch andere Reize ausgelöst. Um diese unheilvolle Entwicklung aufzuhalten, ist eine frühzeitige und dauerhafte Behandlung des Asthmas wichtig (s. auch Asthma Medikamente).

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website
www.luft-zum-leben.de in der Rubrik Facts / Aufbau der Atemwege.


Autor: Springer Medizin
Stand: May 22, 2003


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