Magensäure als Asthma-Auslöser

Sodbrennen kann Asthma hervorrufen

"Der Zusammenhang zwischen Reflux und Asthma ist klar bewiesen", unterstreicht auch Prof. Hartmut Lode von der Berliner Lungenklinik Heckeshorn. Eine Forschergruppe aus Fulda fand heraus, dass bis zu 30 bis 50 Prozent der Patienten mit Asthma bronchiale gleichzeitig einen erhöhten Säurereflux haben.

Nur selten wird daran gedacht, dass hinter asthmaartigen Symptomen eine andere Erkrankung stecken kann. So ist ein möglicher Auslöser von Asthma beispielsweise zurückfließende Magensäure (Reflux). Dies zu erkennen ist jedoch oft nicht einfach, denn viele Patienten haben kaum oder gar keine Reflux-Symptome.

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Refluxtherapie verringert Häufigkeit von Asthma-Anfällen

Im Allgemeinen wird eine Refluxerkrankung mit so genannten Protonenpumpeninhibitoren (PPI) behandelt. Die Wissenschaftler aus Fulda schlagen daher eine PPI-Probetherapie bei Patienten vor, deren Asthma wahrscheinlich durch eine Refluxerkrankung ausgelöst wird. Besteht nämlich zwischen Asthma-Anfällen und Reflux ein enger Zusammenhang, bessern PPI die Symptome effizient. Es wird eine Behandlung von mindestens drei Monaten empfohlen, genaue Richtlinien zur Dauer der Therapie gibt es aber bisher nicht.

Der momentane Goldstandard in der Diagnostik des Reflux-assoziierten Asthmas ist eigentlich die 24-Stunden-pH-Metrie der Speiseröhre. Diese Methode ist jedoch für den Patienten aufwendiger und wenig angenehm.

Welche Anzeichen sprechen für einen Reflux?

Wenn der Arzt keine anderen auslösenden Komponenten für Asthma finden kann - etwa Pollen oder Tierhaare-, kann ein Reflux dahinter stehen. Treten die Anfälle gehäuft in der Nacht auf, so kann das ein Hinweis auf diese Erkrankung sein. Denn durch die liegende Position kann es zu verstärktem Rückfluss von Magensaft kommen. Viele Betroffene beobachten auch, dass sich ihre Beschwerden immer dann verstärken, wenn sie unter Sodbrennen leiden. Auffällig ist auch, wenn Asthma erst im Erwachsenenalter oder bei Menschen mit starkem Übergewicht auftritt.

Magensäure in den Atemwegen: Die Bronchien stellen sich eng

Wissenschaftler forschen noch nach den genauen Zusammenhängen zwischen Asthma und Reflux. Eine Erklärung liegt wahrscheinlich darin, dass der zurückfließende Magensaft den Vagusnerv (10. Hirnnerv) reizt. Über Verschaltungen im Gehirn ruft dies eine Verengung der Bronchien hervor. Dies löst bei den Patienten Asthma aus. Es gibt aber noch eine andere Erklärung: Beim Verschlucken kleinster Mengen sauren Magensaftes könnten diese in die Atemwege gelangen. Ein Schutzmechanismus in den Bronchien bewirkt, dass sie sich daraufhin zusammenziehen. (BG/BSMO)

Quelle: Nach Informationen der Ärzte Zeitung, Januar 2004


Autor: Springer Medizin
Stand: Mar 3, 2004


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