
Asthma & Allergie
Asthma ist häufig allergisch bedingt
Welche Faktoren beim Asthma zur chronischen Entzündung der Bronchien führen, diskutieren Mediziner bisher noch kontrovers. Klar ist allerdings, dass es sich um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren handelt. Die Vererbung spielt eine wichtige Rolle aber auch der Lebensstil scheint einen Einfluss zu haben.
Insbesondere bei Kindern weit verbreitet, kann die Krankheit auch im höheren Alter auftreten - in Deutschland beträgt der Anteil der erkrankten Erwachsenen etwa 5%. Im Kindesalter stellt die Atemnot hierzulande die häufigste chronische Erkrankung dar. Nach einer weltweiten Studie von 1998 waren in Westdeutschland bereits knapp 10% der Kinder im Alter zwischen neun und elf Jahren betroffen. Interessanterweise lag die Häufigkeit mit etwa 7% in Ostdeutschland deutlich darunter. In anderen Ländern konnte ein Unterschied zwischen Stadt- und Landkindern gefunden werden - das Leben auf dem Bauernhof scheint vor der krankhaften Atemnot zu schützen. Weltweit betrachtet gibt es einen ähnlichen Unterschied zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Daher gehen Experten davon aus, dass die Lebensgewohnheiten eine Rolle spielen.
Am Beispiel von Bauernfamilien werden einige Faktoren diskutiert, die sich möglicherweise positiv auswirken: Auf dem Bauernhof leben die Kinder häufiger mit Katzen und Hunden zusammen und sie haben in den Ställen intensiveren Kontakt zu mikrobiellen Erregern. Außerdem rauchen ihre Mütter seltener. Auch besondere Ernährungsgewohnheiten können möglicherweise vor Asthma schützen. Doch ob diese Faktoren tatsächlich einen Einfluss haben und wie sie gegebenenfalls miteinander zusammenhängen, ist noch nicht abschließend geklärt.
Veranlagung für Asthma kann vererbt werden
Unumstritten ist inzwischen, dass bei der Entstehung immer mehrere Faktoren beteiligt sind. So spielt neben der Lebensgewohnheit die erbliche Veranlagung eine wichtige Rolle: Für Asthma konnte eine familiäre Häufung nachgewiesen werden. An dieser ist vermutlich nicht nur ein Gen beteiligt, sondern das Zusammenspiel mehrerer Gene. Daher muss ein Kind nicht zwingend erkranken, nur weil ein Elternteil (oder beide) unter der Atemnot leiden. Schließlich scheinen virale Atemwegsinfektionen möglicherweise das Entstehen zu begünstigen.
Einig sind sich die Mediziner heute auch darüber, dass es zwei verschiedene Formen der Krankheit gibt: das allergische und das intrinsische (nicht allergische) Asthma.
Allergisches Asthma: Spezifische Faktoren lösen Anfall aus
Etwa 90% der betroffenen Kinder haben ein allergisches Asthma. Es kann von ähnlichen Faktoren ausgelöst werden wie andere allergische Erkrankungen. Nur in diesem Fall reagiert der Körper des Patienten nicht krankhaft mit laufender Nasen und tränenden Augen (Heuschnupfen) oder juckender Haut (atopische Dermatitis), sondern mit Atemnot und Husten. Warum Allergiker unterschiedlich auf auslösende Faktoren reagieren, ist bisher nicht abschließend geklärt. Die Reize, die einen Anfall auslösen können, sind individuell sehr unterschiedlich. Pollen und Gräser gehören genauso dazu wie Tierhaare, Hausstaubmilben oder Arzneimittelbestandteile. Bei Erwachsenen sind spezielle Berufsgruppen besonders betroffen, weil beispielsweise Mehl oder chemische Lösungsmittel Asthma auslösen können.
Hat die Allergie erst einmal zu einer Überempfindlichkeit der Bronchien geführt, können in der Folge auch andere, unspezifische Reize einen Anfall auslösen. So wirkt beispielsweise körperliche Anstrengung bei vielen Asthma-Patienten als Auslöser ("Belastungsasthma"). Auch Kälte, Zigarettenrauch, Reizstoffe und andere unspezifische Reize können zu asthmatischen Beschwerden führen.
Intrinsisches Asthma: Keine allergischen Reaktionen
Bei einigen Asthma-Patienten lässt sich dagegen durch die entsprechenden Tests keine allergische Reaktion auf äußere Reize nachweisen. In solchen Fällen sprechen Mediziner vom intrinsischen Asthma. Hier reagieren die Bronchien ausschließlich auf unspezifische Faktoren, wie Infekte, Rauchen, Stress oder körperliche Belastung, mit erhöhter Empfindlichkeit der Lungen.
Therapie unterscheidet sich nicht
Auf die Therapie hat die Unterscheidung in allergisches und intrinsisches Asthma keinen Einfluss. Sie erfolgt in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung und sollte immer die gemeinsamen Ursachen der Erkrankung bekämpfen: die Entzündung (s. auch medikamentöse Therapie).
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website
www.luft-zum-leben.de in der Rubrik Facts / Asthma im Überblick.




