
Asthma Auslöser auf Vormarsch
Ambrosia: Pflanzlicher Einwanderer löst Asthma und Allergien aus
Ein neuer pflanzlicher Einwanderer aus Nordamerika erobert Deutschland. Sehr zum Leidwesen von Asthmatikern, denn die Pollen der Pflanze sind starke Asthma- und Allergieauslöser. Ärzte und Gesundheitsämter schlagen daher Alarm.
Nicht genug, dass mildere Winter dazu führen, dass die Pollenflugzeit immer früher im Jahr beginnt. Neue pflanzliche Einwanderer verlängern die Pollensaison bis weit in den Herbst. Die Ambrosia-Pflanze (Beifußblättriges Traubenkraut, engl. Ragweed) blüht von August bis Oktober, also relativ spät im Jahr. Dabei produziert sie große Mengen von Pollen, die als starkes Allergen gelten. Konnten Allergiker bislang im Herbst aufatmen, so verlängert sich ihre Leidenszeit in Gebieten, wo Ambrosia Fuß fassen konnte.
Das bayrische Gesundheitsministerium bläst daher zum Angriff auf den neuen pflanzlichen Einwanderer. Noch vor Beginn der diesjährigen Blühperiode sollen Eindämmungs- und Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden, um den Bestand und damit die Allergenbelastung so gering wie möglich zu halten. Wie viele Menschen bereits in Bayern allergisch auf Ambrosia reagieren, wird derzeit im Auftrag des Gesundheitsministeriums durch ein Forschungsprojekt an der LMU München untersucht.
Eingeschleppt wurde die bis zu 2 m hohe Ambrosia-Pflanze vor ca. 150 Jahren aus Nordamerika. Seitdem breitet sie sich in Europa aus. Betroffen waren vor allem Frankreich, Ungarn und die Schweiz. Aber auch in Deutschland ist sie auf dem Vormarsch, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg wurden größere Bestände entdeckt. Aber auch nördlich davon werden immer häufiger Ambrosia-Pflanzen gesichtet. Wahrscheinlich stammen die Samen aus verunreinigtem Vogelfutter aus Osteuropa.
Um die Ausbreitung der Ambrosie einzudämmen, sollten nach Empfehlung des bayrischen Gesundheitsministeriums folgenden Ratschläge berücksichtigt werden:
- Vogelfutter kann mit Ambrosia-Samen verunreinigt sein. Deshalb sollte die Futterstelle nach jungen Trieben abgesucht werden.
- Blühende Pflanzen nur mit Handschuhen und Mundschutz ausreißen und in einer Plastiktüte in den Hausmüll geben. Allergiker sollten diese Arbeiten nicht selbst durchführen.
- Ausreißen der Pflanze mit Wurzel vor der Samenreife ist die sicherste Methode.
- Größere Ambrosia-Bestände, z. B. im öffentlichen Grün, an das zuständige Landratsamt melden.
Wer mehr über die Ambrosie erfahren möchte, der kann sich von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) eine Informationsbroschüre herunterladen.




