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Asthma Medikamente

Kombinationspräparate erleichtern Dauerbehandlung

Ärzte gehen bei einer medikamentösen Therapie des Asthmas nach einem Stufenschema vor. In vielen Fällen ist eine Dauertherapie vonnöten, um Spätschäden zu vermeiden. Es stehen zwei Gruppen von Asthma-Medikamenten zur Verfügung, die unterschiedlich wirken. Heute werden beide häufig als fixe Kombination eingesetzt. Sie sind für den Patienten besonders einfach anzuwenden.

Vor der Behandlung des Asthmas mit Medikamenten ist zunächst eine sorgfältige Untersuchung notwendig (s. auch Untersuchung). Je nachdem, wie die Ergebnisse ausfallen, ordnet der Arzt die Erkrankung einer von insgesamt vier Stufen bzw. Schweregraden zu. Dabei achtet er im Wesentlichen auf die Schwere der Symptome und die Häufigkeit der Anfälle. Anhand dieses Stufenschemas erfolgt dann die Therapie. Diese greift an zwei Punkten in den Krankheitsprozess ein: die Entzündungsreaktion in den Bronchien und das Verkrampfen, also Verengen, der Atemwege (s. auch Krankheitsentstehung). Die eingesetzten Asthma-Medikamente lassen sich dementsprechend in zwei Gruppen einteilen. Die einen erweitern die Bronchien und lindern dadurch die Beschwerden. Die anderen wirken entzündungshemmend und setzen somit bei den Ursachen an - sie können den Verlauf der Erkrankung langfristig positiv beeinflussen (s. auch Therapieziele).

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Beschwerden lindern

Die wichtigsten Bronchien erweiternden Asthma-Medikamente (so genannte Bronchodilatatoren) sind Beta-Sympathomimetika. Sie wirken entspannend auf die Muskulatur der Atemwege, so dass sich diese weiten: Das Beklemmungsgefühl lässt nach, das Atmen fällt leichter. Mediziner unterscheiden zwischen kurzwirksamen Beta-Sympathomimetika, die inhaliert werden, und langwirksamen Beta-Sympathomimetika, die heute in der Regel als Pulver oder als Spray inhaliert werden. Die kurzwirksamen Substanzen wendet der Patient nur bei Bedarf an: Sie lindern beim akuten Asthma-Anfall die Atemnot. Die langwirksamen Substanzen hingegen benötigt der Patient dauerhaft: Sie wirken den Beschwerden vorbeugend und rund um die Uhr entgegen.

Entzündungsreaktionen hemmen

Auch die entzündungshemmenden Medikamente gehören zur Dauerbehandlung. In dieser Gruppe spielen die Kortikoide ("Kortison") die Hauptrolle. Sie hemmen nachhaltig den Entzündungsprozess und beruhigen die Muskulatur des Bronchialsystems, so dass dieses weniger zum Verkrampfen und zu akuten Anfällen neigt. Auch langfristige Folgen einer andauernden Entzündungsreaktion, beispielsweise Vernarbungen im Lungengewebe, können sie verhindern. Da die Kortikoide in der Asthma-Therapie meistens inhaliert werden (s. auch inhalative Therapie) und daher überwiegend in die Lunge, nicht jedoch in den Rest des Körpers gelangen, vertragen Patienten die Therapie in der Regel auch über einen langen Zeitraum sehr gut. Bei sehr schwerem Asthma oder einem akuten Anfall können die Kortikoide auch als Tabletten oder Infusion angewendet werden, um die Wirkung zu erhöhen. Darüber hinaus kann der Arzt als entzündungshemmende Medikamente auch Leukotrienantagonisten verschreiben, diese allerdings nur zusätzlich zu einem Kortikoid oder Cromoglicinsäure. Sie besitzen eine deutlich schwächere Wirkung als Kortikoide.

Fixe Kombinationen erleichtern die Therapie

Insbesondere bei mittlerem und schwerem Asthma strebt die moderne Behandlung einen optimalen Therapieerfolg nicht durch erhöhte Dosierung eines Medikamentes (z.B. inhalatives Kortikoid), sondern durch Kombination zweier Asthma-Medikamente an (z.B. inhalatives Kortikoid und langwirkendes Beta-Sympathomimetikum). Denn die Substanzen greifen an verschiedenen Stellen in den krankhaften Prozess ein und verstärken sich in ihrer Wirkung: Durch die Kombination kann der Arzt gleichzeitig die Entzündung behandeln und die Bronchien weiten. Weiterer Vorteil der Kombinationstherapie: Das Kortikoid kann niedriger dosiert werden als in der Monotherapie.

Um dem Patienten die regelmäßige Anwendung der Kombinationstherapie zu erleichtern, sind inzwischen Asthma-Präparate entwickelt worden, die bereits eine fixe Mischung eines inhalativen Kortikoids und eines langwirkenden inhalativen Beta-Sympathomimetikums enthalten. Mit anderen Worten: Der Patient kann beide Asthma-Medikamente auf einmal inhalieren. Die meisten Erfahrungen liegen derzeit mit einer fixen Kombination vor, die aus dem Kortikoid Fluticason und dem Beta-Sympathomimetikum Salmeterol besteht. Das Medikament kam als erstes Kombinationspräparat in den Handel und wird mit einem Pulverinhalator (dem so genannten Diskus®) eingeatmet
(s. auch inhalative Therapie). Es steht in verschiedenen Dosierungen zur Verfügung, so dass die Therapie einfach an das individuelle Krankheitsbild des Patienten angepasst werden kann.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website
www.luft-zum-leben.de in den Rubriken Behandlung / Asthmastufenschema und Behandlung / Medikamentöse Therapie.


Autor: Springer Medizin
Stand: May 22, 2003


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