Inhalative Therapie
Asthma-Spray: Arzt sollte Patient gut aufklären
Viele Asthmatiker bekommen ein Kortison-Präparat verschrieben, das sie regelmäßig inhalieren müssen. So können sie ihr Risiko für Asthma-Anfälle senken und schwer wiegende Folgeschäden an der Lunge vermeiden. Doch häufig wird das Asthma-Spray zu selten angewendet. Forscher aus den USA haben nach den Gründen gesucht, um die Therapietreue verbessern zu können.
Die Wissenschaftler der Universität von Pennsylvania, USA, haben 15 Asthmatiker befragt, warum sie ihre inhalativen Kortikoide nicht korrekt einnehmen. Die Antworten zu der fehlerhaften Nutzung der Asthma-Sprays ließen sich in fünf Themenbereichen bündeln:
- Abneigung gegenüber einer regelmäßigen Medikation: Einige Patienten haben ihr Asthma-Spray nicht angewendet, wenn sie sich besser fühlten und keine Symptome hatten. Sie glaubten, ihre medikamentöse Kontrolle selbst anpassen zu können und nicht den Arzt aufsuchen zu müssen.
- Soziale Ablenkung: Insbesondere in großen Haushalten mit vielen Familienmitgliedern hatten die Patienten Probleme mit der regelmäßigen Anwendung der Asthma-Sprays. Auch unerwartete Besucher oder Telefonanrufe sowie unregelmäßiger Schlaf oder Müdigkeit konnten dazu führen, dass ein Patient das Asthma-Spray vergaß.
- Schwierigkeiten mit dem medizinischen Versorgungssystem: Einige Patienten hatten es nicht geschafft, sich rechtzeitig neue Medikamente zu besorgen, weil ihnen die in den USA üblichen strengen Formalitäten Probleme bereiteten. So sind beispielsweise spezielle Bescheinigungen vom Arzt notwendig, um die Medikamente zu erhalten.
- Unsicherheiten beim Umgang mit vergessenen Medikamenten-Dosen: Einige Patienten hielten es für sicherer, eine Dosis auszulassen als sie später einzunehmen, wenn sie ihr Spray vergessen hatten. Sie befürchteten, dass bei einer verspäteten Einnahme der zeitliche Abstand zur nächsten Dosis zu gering ist.
- Angst vor Nebenwirkungen: Einige Studienteilnehmer hielten speziell bei inhalativen Kortikoiden die tägliche Anwendung weder für notwendig noch für gesund. Sie hatten - möglicherweise wegen der weit verbreiteten Bedenken gegenüber oral einzunehmenden Kortikoiden - die unbegründete Angst, dass die inhalativen Kortikoide zu Leber- oder Nierenschäden, zu Unfruchtbarkeit oder sogar zu Krebs führen können.
Mit der Studie wollten die amerikanischen Experten eine Grundlage für eine bessere Therapietreue schaffen, insbesondere bei Asthma-Patienten, die aus einer benachteiligten sozialen Schicht stammen. Die Forscher schließen aus ihrer Untersuchung, dass eine intensivere Aufklärung des Patienten durch seinen Arzt die Situation bereits deutlich verbessern würde. So hatten die Ärzte ihre Patienten anscheinend nicht darüber informiert, dass die inhalativen Kortikoide gut vertragen werden und nicht zu den befürchteten Nebenwirkungen führen. Auch einfach anzuwendende Therapie-Regime würden nach Ansicht der Studienleiter die Behandlung mit einem Asthma-Spray erleichtern.
Quelle: Nach Informationen von EurekAlert!, Mai 2003



