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Schwangerschaft

Schwangerschaft und Asthma - kein Problem

Viele Frauen mit allergischen Erkrankungen (z.B. Asthma) mögen sich fragen, wie sich ihre Erkrankung auf eine Schwangerschaft auswirkt. Stellen Krankheitsschübe und die erforderliche Medikamenteneinnahme ein Risiko für das ungeborene Leben dar? In verschiedenen Studien räumen Wissenschaftler diese Bedenken jetzt aus.

Asthma stellt eine der häufigsten Erkrankungen der Lunge während der Schwangerschaft dar. Doch wie wirkt sich diese allergische Erkrankung auf den Schwangerschaftsverlauf aus? Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Allergikerinnen im Vergleich zu ansonsten gesunden Frauen kein erhöhtes Komplikationsrisiko während einer Schwangerschaft haben, wenn die Erkrankung gut mit Medikamenten eingestellt ist. Zudem konnten die Forscher zeigen, dass Allergikerinnen offensichtlich leichter schwanger werden können als gesunde Frauen.

Die Immunantwort ist verändert

Bei schwangeren Frauen verschiebt sich das Verhältnis der Immunantwort. Genauer gesagt kommt es zu einer Verschiebung der Abwehrzellen von der so genannten TH1-vermittelten zur TH2-vermittelten Immunantwort. Diese Veränderung von TH1 zu TH2 erleichtert wahrscheinlich das Einnisten des Embryos in der Gebärmutter und vermindert das Risiko einer frühzeitigen Abstoßung. Auch bei Allergikerinnen ist dieses veränderte Verhältnis der Immunzellen zu beobachten. Eine Untersuchung aus dem Jahre 1997 zeigte bereits, dass Frauen mit atopischen Erkrankungen (wozu auch Asthma zählt) im Durchschnitt mehr Kinder hatten als Mütter ohne ein solches Leiden. Dänische Wissenschaftler sind diesem Phänomen nun weiter auf den Grund gegangen und haben im Rahmen einer Studie mehr als 31.000 Mütter untersucht. Jede 13. Frau litt unter einer allergischen Rhinitis (Heuschnupfen). Dieses Leiden hatte keinen Einfluss auf die Komplikationsrate während der Schwangerschaft wie beispielsweise Fehl- oder Frühgeburten. Ein signifikanter Unterschied zeigte sich jedoch bei Frauen, die ihre Schwangerschaft bewusst geplant hatten. In dieser Gruppe erwarteten innerhalb eines Jahres wesentlich mehr Frauen mit Heuschnupfen ein Kind als Frauen ohne allergische Erkrankung. Die Wissenschaftler folgern aus diesen Daten, dass Frauen mit Allergien leichter schwanger werden.

Geringer Einfluss auf den weiteren Schwangerschaftsverlauf

Doch kann sich eine Allergie negativ auf eine bestehende Schwangerschaft auswirken? Auch hinsichtlich dieser Bedenken können die Wissenschaftler werdende Mütter beruhigen. Auch wenn sich die Erkrankung während der Schwangerschaft verschlimmert, so erhöht sich das Risiko für Fehl- oder Frühgeburten nicht. So lautet das Resümee einer Untersuchung, an der insgesamt 873 Schwangere mit mildem Asthma, 866 mit moderatem bis schwerem Asthma und 881 ohne Asthma teil nahmen. Asthma Anfälle traten in der Gruppe mit mildem Asthma bei 13% und bei Frauen mit moderatem bis schweren Asthma bei 52% auf. Die Komplikationsrate war in allen drei Gruppen vergleichbar. Frauen mit schwerem Asthma entbanden allerdings häufiger per Kaiserschnitt.

Der Studienleiter Dr. Mitchell P. Dombrowski vom St. John Hospital in Detroit weist zudem darauf hin, dass eine unzureichende Asthma-Kontrolle während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind verbunden sein kann. Bereits in einer anderen Studie konnte gezeigt werden, dass weibliche Embryonen in ihrem Wachstum beeinträchtigt werden, wenn die werdende Mutter ihr Asthma nicht mit inhalativen Steroiden behandelt.

(BSMO)

Quelle: Nach Informationen von Reuters Health, Dezember 2003, MEDLINEplus, Januar 2004 und Allergo Journal, Dezember 2003.

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Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 28, 2004


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