
Berufsallergie
Asthma in der Fischfabrik
Die Zahl der berufsbedingten Allergien, die sich beispielsweise in Haut- oder Atemwegssymptomen bis hin zu Asthma äußern, steigt. Neben bereits bekannten Auslösern, wie z.B. Mehlstäuben im Bäcker- oder Chemikalien im Friseurgewerbe, werden immer neue sogenannte Berufsallergene entdeckt.
Eine 54-jährige Arbeiterin klagte über Ekzeme an Händen und Unterarmen, weiter berichtete sie über Atemnot. Beide Erkrankungen traten bei der Arbeit im fischverarbeitenden Gewerbe auf, bei der sie Arbeitshandschuhe und Mundschutz nur gelegentlich trug. Sowohl Pricktest als auch Patchtest, speziell angewendete Hauttests zum Nachweis von Allergien vom Sofort- bzw. Spättyp, zeigten starke Reaktionen gegen Anisakis simplex, einen Fadenwurm, der Fische befällt. Zudem kann die vermehrte Bildung von Immunglobulin-E (IgE)-Antikörpern im Blut ein Hinweis auf das Vorliegen einer Allergie sein.
Im vorliegenden Fall war das Gesamt-IgE erhöht, jedoch ohne Erhöhung des spezifischen IgE gegen Anisakis simplex. Konstantes Tragen von Handschuhen bewirkte nur eine leichte Besserung der Hautbeschwerden. Alle Symptome verschwanden aber, als die Patientin ihre Tätigkeit in der Fischindustrie aufgab.




