Wohnen
Asthma durch Schimmel in der Wohnung
Unterschiedliche Faktoren wie Tierhaare oder Passivrauchen können das Risiko erhöhen, an Asthma zu erkranken. Eine ähnliche gesundheitliche Gefährdung geht von Schimmelpilzen und feuchten Stellen an den Wänden aus. Diese Meinung vertraten die Experten auf dem Kongress für Umweltmedizin und Hygiene in Tübingen. Richtiges Lüften und Heizen kann die Wohnung vor Pilzbefall schützen.
Schimmelflecken an den Wänden - die sehen nicht nur unschön aus, sondern gefährden auch Ihre Gesundheit. Forscher sind der Ansicht, dass Schimmelpilze für die Gesundheit ebenso gefährlich sind wie das Passivrauchen. Gedeihen Pilze in der Wohnung, erhöht sich das Asthma-Risiko, dies bestätigen Untersuchungen der Universität Jena. Bislang ist allerdings noch nicht bekannt, auf welche Weise der Schimmel die Atemwege schädigt. Als Verursacher kommen die Pilze selber oder ihre Bestandteile, flüchtige organische Verbindungen ( die auch für den charakteristischen Geruch verantwortlich sind) oder andere Faktoren in Frage. Auch wenn keine typischen braunen, grünen oder schwarzen Flecken an der Wand zu erkennen sind, der Schimmel kann auch unentdeckt hinter der Tapete wuchern. Immerhin weist in Deutschland fast jede fünfte Wohnung Feuchtigkeitsschäden auf, wie eine Untersuchung der Forscher ergab. Mediziner raten daher: Zusätzlich zur Asthma-Kontrolle mit einer Kombinationstherapie müssen die Pilzherde in den eigenen vier Wänden erkannt und beseitigt werden.
Feuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung
Nicht nur alte, schlecht isolierte Wohnungen können betroffen sein. Auch in modernen Wohnungen treten Feuchtigkeitsschäden auf. Diese können zum einen durch Bauschäden (z.B. Schäden am Dach, undichte Rohre, mangelhafte Wärmedämmung oder Neubaufeuchte durch zu frühe Möblierung) ausgelöst werden. Die häufigste Ursache für Schimmelbildung in der Wohnung sind jedoch Heiz- oder Lüftungsfehler. Erstaunlich aber wahr: Pro Tag können in einem 3-Personen-Haushalt durch Duschen, Kochen, Pflanzen etc. etwa 6 bis 14 Liter Wasser in die Luft abgegeben werden. Auch der Mensch gibt bis zu 1,5 Liter Wasserdampf pro Tag an seine Umgebung ab. Diese Feuchtigkeit muss beseitigt werden, denn Pilze lieben es feucht.
Wie vermeidet man Schimmelpilze?
Dabei reichen meist einige einfach zu befolgende Ratschläge aus, damit sich ihre Wohnung nicht in ein Heim für Pilze verwandelt:
- Mindestens zweimal täglich lüften (Stoßlüften in der kalten Jahreszeit etwa 5 bis 10 Minuten, in der wärmeren Jahreszeit bis zu 30 Minuten)
- Lüften Sie sofort nach dem Duschen, Baden oder wenn beim Kochen größere Dampfmengen entstanden sind
- Während der Heizperiode nicht das Fenster permanent auf Kipp stellen
- Sorgen Sie für eine gleichmäßige Zimmertemperatur zwischen 19 und 21°C
- Türen zu kühleren Räumen geschlossen halten
- Heizkörper nicht mit Möbeln verstellen oder durch Gardinen abdecken
- Wäsche nach Möglichkeit draußen trocknen
- Bei Bauschäden oder großflächigem Befall sollten Sie einen Fachmann hinzuziehen.
Wenn Sie diese Ratschläge berücksichtigen, können Sie die Schimmelpilze aus Ihrer Wohnung verbannen und damit auch das Risiko für eine Asthma-Erkrankung minimieren.
(BSMO/fm)
Quelle: Nach Informationen des Bundesgesundheitsblattes, der Ärzte Zeitung und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen



