38104_frau_bett

Wohnen

Milbendichte Bettüberzüge wenig effektiv

Im Bett ist man nie alleine: Matratze, Bettdecke und Kopfkissen sind bevölkert von Hausstaubmilben. Der Kot dieser kleinen Tiere kann bei Menschen mit Asthma schwere Anfälle auslösen. Da wir etwa ein Drittel des Tages im Bett verbringen, haben wir reichlich Gelegenheit, mit den Allergie verursachenden Ausscheidungsprodukten (Allergenen) der Hausstaubmilben in Kontakt zu kommen. Doch wie kann man sich davor schützen?

Scheinbar nicht mit milbendichten Bezügen, wie eine Studie nun belegt. Die Forscher testeten den Effekt von Allergen undurchlässigen Bezügen für Matratze, Bettdecke und Kopfkissen an über Tausend Menschen mit Asthma. Aber weder die Häufigkeit der Asthma-Anfälle noch die Menge an benötigten Medikamenten konnte allein durch die Verwendung dieser Spezialbezüge reduziert werden.

Ratschläge für Asthmatiker

Auch wenn sich die milbendichten Bezüge allein nicht bewährt haben, so können einige Tipps des Deutschen Allergie und Asthmabundes e. V. doch dazu beitragen, die Milbenpopulation zu reduzieren:


  • Matratzen nach acht Jahren austauschen

  • Bettdecke, Kissen und Bettwäsche sollten mindestens bei 60°C waschbar sein

  • Wohnung immer gut lüften und trocken halten

  • Staubfänger vermeiden: vor allem im Schlafbereich auf Vorhänge, offene Bücherregale etc. verzichten

  • Kuscheltiere sollten bei 60°C waschbar sein oder von Zeit zu Zeit in die Tiefkühltruhe gelegt werden (tiefe Temperaturen töten die Milben)

  • Teppiche und Polstermöbel zweimal im Jahr mit Milben tötenden Substanzen (Akarizide) behandeln

  • Milbendichte Filter in den Staubsauger einbauen

Milben gedeihen in feuchtwarmer Umgebung

Milben zählen zu unseren normalen Mitbewohnern in Haus und Wohnung, die mit dem bloßen Auge aber nicht zu entdecken sind. Ihr Vorkommen hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Auch übertragen sie keine Krankheiten. Im Laufe ihres zwei bis vier Monate dauernden Lebens produzieren sie das 200-fache ihres Körpergewichtes an Kot. Dieser stellt das Allergen dar, das bei vielen Asthmatikern einen Anfall auslösen kann. Die Milben ernähren sich von menschlichen Hautschuppen, von denen wir pro Tag etwa ein bis zwei Gramm verlieren. Klingt nicht nach viel, doch es ernähren sich davon immerhin 1,5 Millionen Hausstaubmilben einen Tag lang. Die optimalen Lebensbedingungen für Milben liegen bei einer Raumtemperatur von 25°C und einer mittleren Luftfeuchtigkeit von 70%. Beginnt im Winter die Heizperiode, dann sinkt die Luftfeuchtigkeit und auch die Milbenpopulation nimmt ab.

Quelle: Nach Informationen von BBC News


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 16, 2003


Sie lesen gerade:

Milbendichte Bettüberzüge wenig effektiv

Seite empfehlen:
A A A

Atemwegsgesundheit

frau_gymnastik

Gesunder Urlaub

Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Allergiker, Asthmatiker und Patienten mit COPD können von einem Gesundheitsurlaub sehr profitieren.

Special Gesunder Urlaub

Lexikon

offenes_buch

von Allergie bis Vital-
kapazität

Hier werden Begriffe wie z.B. Allergen, Lungenfunktion oder Respiration einfach erklärt.

mehr

Selbsthilfe

Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Die Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.,
die 1985 gegründet wurde, ist ein gemeinnütziger Verein, der Erwachsenen mit einer chronisch obstruktiven (einengenden) Atemwegserkrankung Hilfe zur Selbsthilfe bietet. mehr

Zur Selbsthilfe-Übersicht