Umwelt
Feinstaub gefährdet Gesundheit der Bürger
Mit einer Klage gegen die hohe Luftverschmutzung im Zentrum der Hauptstadt haben Berliner Bürger vor kurzem versucht, ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge ohne Rußfilter durchzusetzen. Unterstützung erhielten sie von der Deutschen Umwelthilfe, die ebenfalls die Stadt dazu auffordert, Sofortmaßnahmen zur Reduzierung der gesundheitsschädlichen Partikel zu erlassen.
Seit dem 1. Januar gilt in Deutschland sowie in der übrigen Europäischen Union die Regelung, dass die Belastung durch Feinstaub an höchstens 35 Tagen im Jahr den Grenzwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft überschreiten darf. In einigen großen deutschen Städten ist jedoch an mehr als 35 Tagen ein höherer Wert gemessen worden. Die Feinstaubpartikel gelangen unter anderem durch Dieselruß, Baustaub, Reifenabrieb sowie Abgase aus Industrie und Heizungen in die Luft. Der Verkehr zählt dabei als ein Hauptverursacher. Die Belastung ist je nach Verkehrsaufkommen, Wetter und Klima, Ort, Umgebung und Jahreszeit unterschiedlich.
Zahlreiche Untersuchungen konnten zeigen, dass Feinstaub schwere Gesundheitsschäden hervorrufen kann. Insbesondere die wachsende Anzahl an Sterbefällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Da die Partikel häufig so klein sind, dass sie nicht in Nase und Rachen hängen bleiben, können sie ungehindert in die Lunge gelangen und dort verschiedene Krankheitsbilder auslösen. Typische Symptome sind (Chronischer) Husten, Bronchitis, Herz-Lungen-Probleme, Verschlechterung der Lungenfunktionswerte (vor allem bei Kindern), Lungenkrebs sowie eine allgemeine Verkürzung der Lebenserwartung. Besonders gefährdet sind empfindliche Personen, ältere und kranke Menschen etwa mit Lungen- und Herzleiden sowie Babys.
Von verschiedenen Seiten werden nun Maßnahmen gefordert, um die Belastung zu senken und die Gesundheit der Bevölkerung besser zu schützen. Die Vorschläge beziehen sich in erster Linie auf die Bereiche Verkehr, Industrie, Gewerbe und Produkte. So wird zum Beispiel empfohlen, ältere Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern nachzurüsten bzw. ein Fahrverbot für ungefilterte Fahrzeuge auszusprechen. Auch die Emissionen von LKWs, Bussen, Dieselloks und Baumaschinen sollten reduziert werden.
(nis)
BSMO, 29.03.05
Nach Informationen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, des Bayrischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und des Bundes für Natur- und Umweltschutz Deutschland



