Allergisches Asthma
Sport im Freien trotz Asthma?
Das Frühjahr ist für viele Allergiker nicht unbedingt eine angenehme Jahreszeit, denn gerade die Pollen von früh blühenden Pflanzen lösen häufig Heuschnupfen und allergisches Asthma aus. Ins Haus verkriechen, muss man sich deshalb trotzdem nicht. Ausdauertraining im Freien kann bei Atemnot sogar von Vorteil sein wenn man es richtig macht.
Zwiespältige Frühlingsgefühle
Draußen weht ein mildes Lüftchen, die Vögel zwitschern wieder um die Wette und der Winterspeck sitzt schon viel zu lange auf den Hüften fest: Nichts scheint reizvoller als eine schöne Trainingseinheit im Freien. Für viele Patienten mit allergischem Asthma ist dies eine zwiespältige Verlockung, denn nicht nur die Pollen machen ihnen zu schaffen. Auch körperliche Belastung löst bei zwei von drei Betroffenen unvermittelt Atemnot aus. Die Furcht vor dem so genannten Anstrengungsasthma ist für viele Betroffene ein Grund, sportliche Betätigung ganz zu meiden. Da die Pollensaison immer früher anfängt und immer länger andauert, kann das bedeuten, monatelang auf pollenfreie Zeiten zu warten.
Sport tut gut wenn die Medikamenteneinnahme stimmt
Körperliche Schonung ist aber keine Lösung darin sind sich Fachleute inzwischen einig. Im Gegenteil: Regelmäßiges körperliches Training verbessert die Atemleistung. Damit steigt auch die Belastungsschwelle, ab der ein Asthma-Anfall ausgelöst werden kann. In anderen Worten: Trainierte Asthmatiker haben weniger häufig Anfälle.
Voraussetzung dafür ist aber, dass man sich mit dem Arzt intensiv über die richtige Medikation berät. Nur bei regelmäßiger und sorgfältiger Einnahme der Medikamente ist der Sport im Freien komplikationslos möglich und der Gesundheit förderlich.
Geeignete Sportarten für allergisches Asthma
Sind Sie von allergischem Asthma betroffen, eignen sich besonders Sportarten, die die Ausdauer steigern und keine kurzfristigen Leistungsspitzen abfordern: also Jogging, Wandern, Rad fahren, Schwimmen, Paddeln, Rudern oder Segeln.
Wer sich bei allergischem Asthma für Sport im Freien entscheidet, sollte sich beim Arzt vorab gründlich und am besten auch auf dem Laufband untersuchen lassen. Wie ist der Trainingszustand? Wie die Lungenfunktion? Wo liegt die persönliche Belastungsgrenze? Sind diese Fragen geklärt, kann der Arzt genaue Empfehlungen zur Gestaltung des Trainings geben.
Damit beim Sport im Freien nicht die Luft wegbleibt, sollten sich Asthmatiker an folgende Regeln halten:
- bei einer Dauertherapie spätestens vier Stunden nach der letzten Medikamenteneinnahme trainieren
- immer deutlich unter der persönlichen Belastungsgrenze bleiben
- zur Vermeidung von Belastungs-Luftnot mit einer ausgedehnten Aufwärmphase beginnen, in der man das Tempo ganz langsam steigert
- fortlaufend zwischen stärkerer und geringerer Belastung wechseln, vor allem in der ersten Viertelstunde (Intervalltraining")
- den Ausflug ins Freie nicht abrupt beenden, sondern gemächlich ausklingen lassen, damit der Körper langsam zur Ruhe kommen kann.
Um die Pollenbelastung beim Training möglichst klein zu halten, gibt es weitere Empfehlungen:
- die tägliche Trainingszeit auf den Pollenflug abstimmen: So ist die Belastung auf dem Land abends am geringsten, in der Stadt dagegen am Vormittag.
- Pollenflugmeldungen ständig beobachten: Zu Spitzenflugzeiten von Pollen, auf die man heftig reagiert, bleibt man lieber zu Hause.
Die Notfallausstattung mitnehmen
Jeder sportbegeisterte Asthma-Patient sollte in Absprache mit dem Arzt immer die persönliche Notfallausstattung an Medikamenten mitnehmen, wenn er zum Sport ins Freie aufbricht. Auch das Peak-Flow-Gerät kann draußen eine Hilfe sein, um den aktuellen Belastungszustand richtig einzuschätzen. Des Weiteren ist es ratsam, das Training so zu planen, dass man jederzeit abbrechen kann, ohne sich und andere zu gefährden.
Allergisches Asthma an der Wurzel packen
Langfristig kann man allergisches Asthma nur über eine so genannte Hyposensibilisierung überwinden, bei der der Körper unter ärztlicher Aufsicht langsam an das jeweilige Allergen gewöhnt wird. Ein langwieriger Prozess, der aber bei vielen Betroffenen zu einer wirklichen Besserung der Symptome führt. Damit man sich eines Tages vielleicht wieder unbeschwert vom Frühling verführen lassen kann.



