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Schwimmen und Asthma

Chlorzusätze können Lunge und Atemwege schädigen

Welches Kind geht nicht gerne ins Schwimmbad? Doch Belgische Forscher fanden heraus, dass die Zahl von Asthma- und anderen Atemwegserkrankungen bei Kindern mit der Zahl der vorhandenen Indoor-Schwimmbecken in den einzelnen Ländern steigt. Grund hierfür könnte das häufig zu Reinigungs- und Desinfektionszwecken zugesetzte Chlor sein.

Die Wissenschaftler verglichen die Raten von Krankheitsfällen mit pfeifendem Atemgeräusch, Asthma, Heuschnupfen, allergischem Schnupfen und allergischen Ekzemen bei 13- und 14-jährigen Jugendlichen aus 21 europäischen Ländern mit der Zahl der gechlorten Indoor-Schwimmbecken pro 100.000 Einwohner in jedem Land.

Im Ergebnis zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Asthma sowie verwandten Erkrankungen und dem potentiellen Zugang zu Indoor-Schwimmbecken. In Westeuropa war die Zahl der zugänglichen Schwimmbäder wesentlich höher als in osteuropäischen Ländern. Dementsprechend höher war auch die Rate der kindlichen Asthma- und Atemwegserkrankungen in diesen Regionen. Mit jedem einzelnen Schwimmbecken mehr stieg die Rate der Kindern mit pfeifendem Atemgeräusch um 3,4%, bei Asthma um 2,7% an.

Eine Studie, die drei Jahre zuvor durch dasselbe Forscherteam veröffentlicht wurde, erbrachte Hinweise, dass Chlor in Pools mit Schweiß oder Urin reagieren und so Dämpfe erzeugen kann, welche die Lunge schädigen. Die Forscher fanden ferner heraus, dass Kinder, die regelmäßig Indoor-Pools nutzen, Proteine anreichern, die in hohen Konzentrationen ebenfalls lungenschädigend wirken. Sie nehmen deshalb an, dass der steigende Kontakt von westeuropäischen Kindern mit Chlor-Nebenprodukten in Luft und Wasser von Schwimmbädern für den Anstieg von kindlichen Asthmaerkrankungen in Westeuropa mitverantwortlich gemacht werden muss.

Doch wie eine Sprecher des gemeinnützigen Verbandes „Asthma UK" betonte, ist Schwimmen grundsätzlich eine exzellente sportliches Betätigungsfeld für Kinder mit Asthma, weil die warme, feuchte Luft in Schwimmhallen das Auslösen von Asthmasymptome eher unterdrückt. Um den schädigenden Einfluss von Chlor besser zu verstehen, seien weitere Studien notwendig.


Quelle: Nach Informationen von BBC-News, Juli 2006
Autor: cu
Stand: Aug 26, 2008


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