Asthmaauslöser

Nase weg vom Biomüll!

Herbstzeit ist Erntezeit. Doch Vorsicht, faules Obst und Gemüse sind eine ideale Brutstätte für Schimmelpilze. Damit können die Bioabfälle für Menschen mit Asthma und anderen Atemwegserkrankungen gefährlich werden.

Besonders zur Erntezeit im Herbst werden in vielen Haushalten verstärkt frisches Obst und Gemüse zubereitet, eingeweckt oder anderweitig konserviert. Die Abfälle wandern in den Biomüll. So gesund wie der Verzehr von frischem Obst und Gemüse auch ist, faule Reste können für Asthmatiker eine besondere Gefahr darstellen. Besteht eine Sensibilisierung auf Schimmelpilze, kommt es beim Einatmen von im Biomüll angereicherten Pilzsporen ähnlich wie bei der Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie zu einer allergischen Reaktion, die mit einer Verengung der Atemwege und Atemnot einhergeht.

Auch Patienten mit anderen Atemwegserkrankungen, z.B. Tuberkulose oder durchgemachten schweren Lungenentzündungen, bei denen die Lungen vorgeschädigt sind, sollten beim Umgang mit Biomüll Vorsicht walten lassen. Pilzsporen der Gattung Aspergillus können bei ihnen eine schwerwiegende Schimmelpilzerkrankung der Lunge, die sogenannte allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA), hervorrufen, die das Lungengewebe weiter schädigen kann. Auf diese Zusammenhänge hat der Vorsitzende der Deutschen Lungenstiftung Professor Harald Morr in einem Interview gegenüber der Münchner Medizinischen Wochenschrift (MMW) hingewiesen.

Der Experte rät Menschen dieser Risikogruppen, sich besonders zu schützen. Sie sollten Biomülltonen besser im Freien und nicht in abgeschlossenen Räumen wie Keller, Garage oder Wirtschaftsraum aufstellen, um die Konzentration der Allergene in der Atemluft möglichst gering zu halten. Auch helfe es, beim Öffnen der Biotonne den Kopf zur Seite zu wenden oder einen Papiermundschutz zu tragen. Besser noch sei es, diese Arbeit von anderen verrichten zu lassen. Dies gelte auch für Kompostarbeiten im Garten, so Morr.

Besteht ein Verdacht auf eine Schimmelpilzallergie, ist es ratsam, sich an einen Arzt zu wenden. Die Diagnose erfolgt über den direkten Nachweis spezifischer Antikörper, sogenannter Immunglobuline der E-Klasse (IgE), im Blut sowie über spezielle Hauttests.


Quelle: Nach Informationen von MMW und des Informationsangebotes für Allergie, Umwelt und Gesundheit www.allum.de
Autor: Claudia Urban
Stand: Sep 18, 2008


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