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Beruf

Ein gesunder Start ins Berufsleben

Jugendliche mit Asthma oder Allergien müssen bei der Wahl eines geeigneten Berufes besondere Vorsicht walten lassen. Eine falsche Berufswahl kann den Gesundheitszustand teilweise gravierend beeinflussen. Bei der Entscheidungsfindung kann eine praktische Berufserprobung hilfreich sein.

Um ihre Gesundheit nicht zu gefährden, sollten Patienten, die unter Asthma oder Allergien leiden, bei der Berufswahl besondere Vorsicht walten lassen. Nicht zu empfehlen sind Berufe, bei denen eine hohe Belastung mit allergieauslösenden, giftigen oder reizenden Substanzen besteht. Auch eine starke körperliche Beanspruchung kann je nach Schweregrad bedenklich sein. Die Folgen einer ungeeigneten Berufswahl können die Zunahme der Beschwerden, ein erhöhter Bedarf an Medikamenten und möglicherweise auch gesundheitliche Schäden sein. In besonders schweren Fällen ist dann ein Berufswechsel unumgänglich, der aber oft eine große psychische, zeitliche und wirtschaftliche Belastung darstellt.

Was sollte man bei der Berufswahl beachten?

Junge Menschen mit allergischen Erkrankungen haben bei der Berufswahl grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder sie schließen Berufe mit erhöhtem Risiko von vornherein aus oder sie suchen nach Lösungswegen, wie sich der Berufswunsch trotz eines vorhandenen Risikos umsetzen lässt. Dabei ist die erste Möglichkeit zu bevorzugen.

Zu den nicht zu empfehlenden Arbeitsbereichen zählen somit zum Beispiel:


  • mehl- und holzverarbeitende Berufe

  • Maler

  • Polsterer

  • Friseure

  • Berufe mit engem Tierkontakt

Man muss nicht immer auf den Traumberuf verzichten

Bei einer besonderen Eignung oder Neigung für ein bestimmtes Berufsbild kann jedoch eine vorberufliche Test- und Förderphase hilfreich sein, um sich auch in weniger empfehlendwerten Branchen eine berufliche Perspektive zu eröffnen. In dieser Phase sollten die Arbeitmethodik, mögliche Expositionsbedingungen (Auslösefaktoren für allergische Reaktionen) sowie die Effizienz des Arbeitsschutzes überprüft werden. So empfiehlt auch Professor Gerhard Schultze-Werninghaus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI): "Wer trotz der möglichen Allergie-Risiken auf seinen Traumberuf nicht verzichten möchte, sollte sich wenigstens über die Gefahren gut informieren und sich schützen."

Besonders hilfreich ist dabei eine praktische Berufserprobung:


  • Praktikum:
    Arbeitsplatzerkundung eines selbstgewählten Berufsfeldes (in eigener Initiative)

  • Grundbildungslehrgang:
    Vermittlung praktischer Grundkenntnisse und -fertigkeiten eines bestimmten Berufsbereich (Vermittlung übers Arbeitsamt)

  • Förderungslehrgang:
    verschiedene Berufsbereiche können kennen gelernt und schulische Voraussetzungen verbessert werden (Vermittlung übers Arbeitsamt bzw. direkte Kontaktaufnahme mit einer geeigneten Rehabilitationsinstitution)

  • Berufsvorbereitungsjahr:
    eine überwiegend an Berufsschulen angebotene schulische Form der Berufsvorbereitung, in der verschiedene Berufsfelder kennen gelernt und erprobt werden können

  • Berufsgrundbildungsjahr:
    eine überwiegend an Berufsschulen angebotene schulische Form der Berufsvorbereitung, in der Grundqualifikationen mehrerer verwandter Berufe vermittelt werden


Das Berufs-Spektrum für Asthmatiker

Bei folgenden Berufen besteht in der Regel eine sehr geringe Belastung mit allergieauslösenden, giftigen oder reizenden Stoffen - sie sind daher für Menschen mit Asthma oder Allergien besonders geeignet:


  • Berufe im Behördendienst und Verwaltungsbereich, z.B. Verwaltungsfachangestellte(r)

  • Berufe im kaufmännischen Bereich, z.B. Industriekaufmann/-frau, Kaufmann/-frau im Einzelhandel

  • Berufe in der Datenverarbeitung, z.B. Programmierer(in), EDV-Kaufmann/-frau

  • Journalistische und medientechnische Berufe im Innendienst

  • Berufe im pädagogischen Bereich, z.B. Erzieher(in), Lehrkräfte im Schuldienst

  • Berufe im sozialen Bereich, z.B. Diplom-Sozialpädagoge/-pädagogin, Berufsberater(in)

  • Berufe im medizinisch-therapeutischen Bereich, z.B. Logopäde/Logopädin

  • Handwerkliche Berufe an emissionsarmen Arbeitsplätzen, z.B. Feinmechaniker(in), Optiker(in), Elektromechaniker(in), Uhrmacher(in)



Bei der Wahl ihres Berufes sollten Asthmatiker und Allergiker also nicht nur Karrierechancen und die Höhe des Gehalts, sondern in erster Linie ihre Gesundheit im Blick haben.

BSMO, 30.05.2005

Nach Informationen des Ärzteverbands deutscher Allergologen, der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI), der Deutschen Atemwegsliga, des Universitätsklinikum Giessen, des Asthmazentrums Jugenddorf Buchenhöhe in Berchtesgaden und des Arbeitsamtes


Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 29, 2005


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