
Kindliches Asthma
Jungen haben mehr Aussicht auf Besserung
Die Chancen, dass sich Asthmabeschwerden im weiteren Leben zurückbilden, stehen für Jungen besser als für Mädchen. Dies hat eine aktuelle US-amerikanische Studie ergeben.
Jungen erkranken während ihrer Kindheit mehr als doppelt so häufig an Asthma wie Mädchen. Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge bildet sich das Leiden bei ihnen im Laufe der Pubertät jedoch oftmals zurück, während es bei Mädchen eher unverändert bestehen bleibt.
Wissenschaftler von der Harvard Medical School in Boston beobachteten im Rahmen einer Langzeitstudie über 1.000 Jungen und Mädchen mit Asthma im Alter von fünf bis zwölf Jahren über durchschnittlich neun Jahre hinweg. Acht- bis neunmal im Jahr führten sie bei jedem Kind einen sogenannten Provokationstest durch, um zu überprüfen, wie überempfindlich ihr Bronchialsystem reagierte.
Bei einem Provokationstest atmen die Testpersonen die Substanz Methacholin ein, die bei Asthmatikern in der Regel bereits in kleinsten Mengen zu einer Verengung der Bronchien und zu asthmatischen Beschwerden wie Atemnot führt. Diese Überempfindlichkeit des Bronchialsystems ist ein wesentliches Krankheitsmerkmal bei Asthma. Die Dosis Methacholin, die nötig ist, um eine Verengung der Bronchien herbeizuführen, lässt Rückschlüsse auf den Krankheitszustand zu.
Im Rahmen ihrer Studie beobachteten die Wissenschaftler bei den Jungen eine verstärkte Tendenz zur Abnahme der Überempfindlichkeit der Bronchien. Im Alter von 16 Jahren tolerierten Jungen durchschnittlich die doppelte Dosis an Methacholin ohne Reaktionen der Atemwege wie Mädchen gleichen Alters. Im Alter von 18 Jahren hatte die Empfindlichkeit der Atemwege bei insgesamt 27% der Jungen abgenommen, Gleiches galt aber nur für 14% der Mädchen.
Wie die Wissenschaftler betonen, trägt die Studie wesentlich zum Verständnis geschlechtsspezifischer Unterschiede bei Asthma bei und kann langfristig möglicherweise auch zu neuen Therapieansätzen führen. In einer weiteren Langzeitstudie wollen sie nun zunächst untersuchen, ob die in der Pubertät beobachteten geschlechtsspezifischen Unterschiede der Krankheitsentwicklung auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben.




