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Tipps für Eltern

Antibiotika lösen Asthma und Allergien aus

Antibiotika können Leben retten. Aber häufig werden sie vorschnell verschrieben - mit negativen Folgen. Die einst als unfehlbar gepriesene Waffe im Kampf gegen Bakterien wird stumpf. Darüber hinaus fördern Antibiotika, werden sie in sehr jungen Jahren verabreicht, auch die Entwicklung von Asthma, wie Forscher nun nachweisen konnten.

Der kleine Daniel hat die ganze Nacht durch geweint. Leichtes Fieber hat ihm und seinen Eltern die Nachtruhe geraubt. Vermutlich ein Infekt, der Kinderarzt schreibt ein Antibiotikum auf und alles wird wieder gut - wirklich alles? US-amerikanische Forscher fanden heraus, dass Antibiotika bei Kindern unter sechs Monaten die Entstehung von Asthma und Allergien fördern können.

Die Wissenschaftler um Christine Cole Johnson vom Henry Ford Hospital in Detroit, USA, beobachteten im Rahmen ihrer Studie fast 450 Kinder von Geburt an bis zu ihrem siebten Lebensjahr. Kinder, die während ihrer ersten sechs Lebensmonate Antibiotika erhalten hatten, hatten mehr als doppelt so häufig Asthma und eineinhalb mal so häufig Allergien, wie Kinder, die ohne diese Medikamente auskamen. Dabei reichte schon eine einmalige Antibiotika-Gabe aus, um das Risiko sprunghaft ansteigen zu lassen. Je mehr Antibiotika in den ersten sechs Monaten verschrieben wurden, desto größer war das Risiko.

"Ich plädiere nicht dafür, dass Kinder nun keine Antibiotika mehr bekommen sollen" meint Christine Cole Johnson "aber ich bin der Ansicht, dass wir bei Kindern in sehr jungen Jahren mit der Verschreibung umsichtiger sein sollten."

Stillen und Haustiere schützen vor Asthma

Kinder, deren Mütter bereits unter Asthma oder Allergien litten, hatten ein besonders hohes Risiko, die Krankheit ebenfalls zu entwickeln. Bei ihnen traten doppelt so oft Allergien auf, wenn sie als Babys Antibiotika nehmen mussten. Erstaunlicherweise war das Risiko bei Kindern, die mehr als vier Monate lang gestillt wurden noch höher. Sie litten dreimal so häufig unter Allergien wie die Vergleichsgruppe. Allerdings hatten diese Kinder kein erhöhtes Asthma-Risiko.

Auch Haustiere scheinen einen Einfluss auf das Krankheitsrisiko zu haben. Kinder, die Antibiotika nehmen mussten und deren Familie zwei oder mehr Tiere besaß, hatten genauso häufig Asthma oder Allergien wie andere Kinder. Lebten dagegen weniger als zwei Tiere im gleichen Haushalt, so verdoppelte sich das Allergierisiko nahezu und das Asthma-Risiko verdreifachte sich sogar.

Am gefährdetsten waren Kinder, die ein Breitbandantibiotikum bekamen (z.B. Penicillin), die vier Monate gestillt wurden und deren Familie keine Haustiere besaß. Sie hatten ein elfmal höheres Risiko als der Durchschnitt.

Antibiotika schädigen die Darm-Entwicklung

Als Ursache vermuten die Forscher eine schädliche Wirkung der Antibiotika auf die Entwicklung des Magen-Darm-Traktes bei Säuglingen. Eine intakte Darmflora, die für unsere Gesundheit und unser Immunsystem unerlässlich ist, muss sich nach der Geburt erst entwickeln. Ein gesunder Darm bedeutet daher immer ein starkes Immunsystem. Antibiotika töten allerdings nicht nur die krankmachenden Bakterien ab, sondern oft auch die nützlichen Darmbakterien.

(BSMO/fm)

Quelle: Nach Informationen von BBC-News


Autor: Springer Medizin
Stand: Oct 16, 2003


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