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Wohnen

Schimmelpilz: Gefahr für die Gesundheit!

Wer Schimmelpilze in der eigenen Wohnung bemerkt, sollte schleunigst handeln. Denn der Pilzbefall kann gesundheitsschädlich sein. Was kann man tun, um eine befallene Wohnung zu sanieren und wie kann man Schimmelpilzen vorbeugen?

Die Symptome reichen von Husten und Schnupfen über Bindehautentzündung und Kopfschmerzen bis hin zur Müdigkeit. Zum einen können diese Beschwerden auf eine allergische Reaktion gegen die Sporen der Pilze zurückgeführt werden. Aber auch Menschen ohne eine allergische Sensibilisierung können auf die von Pilzen freigesetzten Toxine (Giftstoffe) mit einer Reizung von Haut und Schleimhäuten reagieren. Besonders Kinder sind dafür anfällig: Laut einer englischen Studie steigt durch Schimmelpilzbefall ihr Erkrankungsrisiko um das Doppelte. Zudem steigt das Asthmarisiko.

Wie kommt man dem Pilz auf die Spur?

Aspergillus, Penicillium und Cladosporium: Hinter diesen wohlklingenden Namen verstecken sich die häufigsten Pilzarten, die sich in Innenräumen breit machen können. Meistens machen sie sich durch farbenfrohe Flecken aus Blau, Grün, Schwarz oder Gelb und einem unverkennbar modrigen Geruch bemerkbar. Lässt sich der Pilz aber auf den ersten Blick trotz auffallender körperlicher Symptome nirgends aufspüren, können speziell ausgebildete Schimmelpilz-Spürhunden versteckte Pilzkolonien erschnüffeln.

"Wenn Patienten in den eigenen vier Wänden immer wieder über Schnupfen, Husten und juckende Augen klagen und eine Allergie auf Hausstaubmilben ausgeschlossen wurde, sollte auch an eine schimmelpilzbedingte Erkrankung gedacht werden", erklärt Frau Dr. Uta Rabe vom Johanniter-Krankenhaus in Treuenbrietzen, Vorstandsmitglied des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA).

Pilze mögen es feucht

Schimmelpilze gedeihen dort am besten, wo eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht: im Bad, an Wänden, neben Fenstern, hinter Schränken oder Fußleisten. Häufig ist ein Feuchtigkeitsschaden an der äußeren Gebäudeschicht oder eine erhöhte Raumluftfeuchtigkeit bei mäßiger Durchlüftung die Ursache. So wird beispielsweise in einem Dreipersonenhaushalt täglich bis zu 14 Liter Wasser freigesetzt: Etwa ein Liter Wasser gelangt bei jeder Dusche in die Raumluft, ein weiterer beim Kochen. Zudem verdunstet jeder Mensch pro Tag 1 bis 1,5 Liter über Haut und Schleimhäute. Die Luftfeuchtigkeit kann dabei leicht auf 80 Prozent oder mehr steigen. Das sind ideale Bedingungen, die das Wachstum von Schimmelpilz begünstigen.

Sanierung von schimmelpilzbefallenen Räumen

Eine schnelle und effektive Beseitigung des Schimmelpilzbefalls ist wegen der möglichen Gesundheitsrisiken besonders wichtig. "Die wichtigste Maßnahme ist die Sanierung der Wohnung oder gar ein Wohnungswechsel", so Rabe. Nach Auskunft des Umweltbundesamtes besteht schon Handlungsbedarf bei einem Schimmelpilzbefall von mehr als 20 Quadratzentimeter. Bei mehr als 50 Quadratzentimeter besteht sogar ein dringender Handlungsbedarf.

Einfach die befallenen Flächen mit Fungiziden zu tränken, also mit Mitteln, die Pilze abtöten, sorge nicht für eine nachhaltige Wirkung, weiß Diplom-Ingenieur Gunter Hankammer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes für Schimmelpilzsanierung e.V. (BSS).
Der Sanierung der Wohnräume sollte eine Untersuchung vorausgehen, damit die Ursache für den Pilzbefall genau festgestellt werden kann. Sind es vielleicht undichte Rohrleitungen oder falsche Isolierungen? Bestehen vielleicht Risse im Mauerwerk oder stecken mangelhafte Belüftungssysteme hinter der Feuchtigkeitsbildung? In jedem Fall sollte die Sanierung unter der fachkundigen Beratung und Anleitung eines Spezialisten stattfinden.

Sollte eine zügige Sanierung nicht möglich sein, empfiehlt das Unweltbundesamt, pilzbefallene Stellen vorerst mit 70-80-prozentigen Alkohol zu reinigen und zu desinfizieren. Das Tragen von Handschuhen, Mundschutz und Schutzbrille sind dabei unerlässlich.

Wie beugt man Schimmelpilzen vor?

Damit Schimmelpilz erst gar nicht entsteht, sollten gewisse Regeln berücksichtigt werden. Das A und O sind dabei richtiges Heizen und Lüften. Die Luftfeuchtigkeit in den Räumen sollte unter 60 Prozent liegen. Und mit richtigem Lüften ist nicht ein kurzer Durchzug gemeint: Um 13 Liter Wasser aus der Wohnung abzuführen, muss man 3.000 Kubikmeter Luft bewegen! Streng genommen sollte der Luftinhalt einer Wohnung etwa siebenmal komplett ausgetauscht werden. Dabei hat sich mehrmaliges so genanntes Stoßlüften von jeweils fünf bis zehn Minuten Dauer bewährt. Weitere Tipps gegen Schimmel:


  • Im Badezimmer nach dem Duschen besonders gut lüften; das Wasser von Fußboden und Wänden wischen

  • Wenn Sie im Bad kein Fenster zum Lüften haben: Stellen Sie sicher, dass eingebaute Lüftungsanlagen richtig funktionieren. Die eingebauten Filter sollten alle 2-3 Monate ausgewaschen und einmal jährlich ausgetauscht werden

  • Die Badezimmerheizung sollte im Winter nicht ausgeschaltet werden, sonst trocknet das Bad zu langsam

  • In der Küche sollte ein Dunstabzug installiert sein, der die Abluft nach draußen leitet

  • Verzichten Sie auf ständiges "Kipplüften", weil dadurch die Wandoberflächen oberhalb und seitlich des Fensters stark auskühlen und das Wasser an ihnen kondensiert

  • Lüften Sie das Schlafzimmer gleich morgens nach dem Aufstehen

  • Verwenden Sie keine Farben und Tapeten, die die Wände luftdicht verschließen.
    Verzichten Sie auf Luftbefeuchter in Ihrer Wohnung

  • Achten Sie auf eine häufige Leerung von Abfalleimer. Biomüll sollte idealerweise außerhalb der Wohnung gelagert werden, weil er ein beliebter Tummelplatz für Pilze ist

  • Bei Verdacht auf Schimmelpilzbefall in der Wohnung sollten sie Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen



Weitere Infos zur Schimmelpilzbeseitigung erhalten Sie beim BSS. Der Verband organisiert unter anderem die bundeseinheitliche Qualifikation und Zertifizierung von Sanierungsexperten.

BSMO, 21.11.05

Quelle: Nach Informationen des Ärzteverbands Deutscher Allergologen e.V., der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. und www.schimmelpilz.de


Autor: Springer Medizin
Stand: Nov 25, 2005


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