
Wohnen
Milbenallergie: glatte Böden oder Teppich?
In einer hobbythek-Folge des WDR wurde Hausstaubmilbenallergikern entgegen bisherigen Annahmen empfohlen, ihre Wohnung mit Teppichböden auszustatten. Diese sollen Staub besser festhalten. Doch es bestehen Zweifel an dieser Behauptung.
In der WDR-Sendung "hobbythek" wurde Milbenallergikern geraten, ihre Wohnräume mit Teppichen auszustatten. Nach Auskunft der Gesellschaft für Umwelt- und Innenraumanalytik existiere eine höhere Staubbelastung der Raumluft bei glatten, wischbaren Böden. Bei Parkett-, Laminat- oder Korkböden würden beim Gehen sehr schnell Staubflocken aufgewirbelt werden, würden diese nicht täglich feucht gewischt. Textile Bodenbeläge könnten im Vergleich zu glatten Böden den Staub besser festhalten.
Dr. Horst Müsken von der Allergie- und Asthmaklinik Bad Lippspringe zeigte sich kritisch gegenüber den Empfehlungen. "Staub von Böden ohne textilen Belag trägt nur unwesentlich zur häuslichen Hausstaubmilbenallergenbelastung bei", so Müsken in der Fachzeitschrift Allergo Journal. Da der Kot der winzigen Spinnentiere als Hauptallergenquelle ein schlechtes Schwebeverhalten aufweise, sei die Allergenkonzentration in der Raumluft deutlich niedriger als in Matratzen oder Teppichen, die bevorzugter Heimstätte der Hausstaubmilben.
Die Anschaffung von Teppichen mit hoher Staubbindungskapazität hält Müsken für umständlich und mit hohen Kosten verbunden. "Statt das Allergenreservoir Teppichboden - wo immer möglich - zu entfernen und gegen wischbare Böden auszutauchen, suche wir zwanghaft eine Alternative. Hierdurch entstehen nicht unerhebliche Kosten für den Allergiekranken", betont Müsken.
BSMO, 30.06.05
Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift Allergo Journal




