Urlaub
Fernreisen auch mit Asthma möglich
Wenn sich der Sommer dem Ende neigt, denken viele darüber nach, vor den langen Herbst- und Wintertagen noch einmal Sonne zu tanken. Doch wie ist das für Asthmatiker? Können auch sie auf Fernreise gehen und ohne Risiko fliegen? Wenn ihre Erkrankung stabil ist und sie sich gut auf den Urlaub vorbereiten, spricht eigentlich nichts dagegen.
Viele Überlegungen, die ein Mensch mit Asthma vor einer Reise anstellen sollte, verstehen sich vermutlich auf Grund der eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung von selbst: So kann beispielsweise das Zelten in einer pollenreichen Gegend im Mittelgebirge, der Ausflug in eine Ozon- und Smog-belastete Großstadt oder die Erlebnistour im feucht-warmen Klima des tropischen Regenwaldes zu gesundheitlichen Problemen führen.
Andere Gegenden bieten sich demgegenüber speziell für Menschen mit allergisch bedingtem Asthma besonders an, weil hier die Allergenbelastung gering und das Klima gut verträglich sind. Küstengebiete und Hochgebirge gelten beispielsweise als Reinluftzonen, da es hier deutlich weniger Allergene gibt: So existieren im Gebirge oberhalb von 1.500 Metern so gut wie keine Hausstaubmilben mehr und auch Pollen kommen deutlich seltener vor. Auch Island wird als "allergikerfreundlich" angesehen - sowohl Pollenbelastung als auch Luftverschmutzung sind hier sehr gering.
Abgesehen von derartig generellen Empfehlungen gibt es allerdings nicht "das" Asthmatiker-Reiseziel - ein Erkrankter muss vielmehr versuchen, für sich selbst herauszufinden, welcher Urlaubsort für ihn geeignet ist. Dabei können ihm - neben der eigenen Einschätzung - das Gespräch mit seinem Arzt ebenso helfen wie Pollenvorhersagen für unterschiedliche Regionen. Entsprechende Angebote gibt es beispielsweise im Internet sowohl für Deutschland als auch für das Ausland (s.u.).
Bei Flugreisen gehören Notfallmedikamente ins Handgepäck
Bei der Entscheidung über das Reiseziel spielt die Art des Transportmittels in der Regel keine Rolle. Denn nach Angaben des Hamburger Lungenfacharztes und Tropenmediziners Dr. Manfred Peters sind alle Asthmatiker flugtauglich, bei denen die Einsekundenkapazität (FEV1) nicht unter 60 Prozent liegt, die Lungenfunktion also nicht zu stark eingeschränkt ist.
Insbesondere Langstreckenflüge können jedoch auch in ihrem Fall zu verschiedenen Belastungen führen. Zum einen nimmt durch den geringen Luftdruck in der Flugkabine der Sauerstoffgehalt des Blutes ab. Und zum anderen kann die geringe Luftfeuchtigkeit sowohl Asthmaanfälle als auch Infektionen begünstigen. Daher sollte ein Asthma-Kranker eine längere Flugreise unbedingt vorher mit seinem Arzt besprechen und auf einen möglichen Asthmaanfall während des Fluges vorbereitet sein. Ins Handgepäck gehört aus diesem Grund immer eine Notfallapotheke, die im einzelnen vom Arzt zusammengestellt wird.
Ausreichend Medikamente mitnehmen
Zusätzlich zu den Notfallmedikamenten sollte ein Asthma-Kranker - neben der üblichen Reiseapotheke - seine Basismedikation in ausreichender Menge in den Urlaub mitnehmen, um Probleme mit der Beschaffung vor Ort zu vermeiden. Zudem empfiehlt es sich, mit dem Arzt über eine mögliche Anpassung der Therapie an die ungewohnte Umgebung zu sprechen: Kortison könnte in höheren Dosierungen beispielsweise in Kombination mit intensiver Sonneneinstrahlung das Immunsystem der ungeschützten Haut schwächen. Auch notwendige Impfungen sind rechtzeitig abzuklären.
Dr. Martin Grobusch vom Tropeninstitut Tübingen rät darüber hinaus, neben dem Allergiepass ein in der Sprache des Reiselandes verfasstes Begleitschreiben mit genauer Diagnose mitzunehmen. Dies könnte Probleme beim Zoll wegen der mitgeführten Medikamente vermeiden und auch im akuten Notfall womöglich hilfreich sein. Außerdem sollte sich der Asthmatiker von seinen wichtigsten Medikamenten die Wirkstoffnamen aus der Packungsbeilage notieren, da die Handelsnamen im Ausland häufig anders lauten.
Tiefe See und hohe Berge meiden
Auch bei den Aktivitäten im Urlaub sind natürlich die individuellen Risiken zu beachten und Faktoren zu vermeiden, von denen bekannt ist, dass sie einen Asthma-Anfall auslösen können. Darüber hinaus wird Asthmatikern generell vom Tauchen abgeraten - Schnorcheln ist für sie deutlich ungefährlicher. Auch Wanderungen in Höhen über 3.000 Metern können auf Grund des geringen Sauerstoffgehaltes der Luft mit Risiken verbunden sein.
Weitere Informationen
Weitere Informationen (inkl. Online-Sprachführer "Griechisch" für Asthmatiker): http://www.luft-zum-leben.de
Pollenflugvorhersage, national: http://www.luft-zum-leben.de
Pollenflugvorhersage, international: http://www.polleninfo.org
(BSMO/pe)
Quellen:
Fernreisen sind auf für Asthma-Kranke drin. Ärztliche Allgemeine. 2004(27):24.
www.luft-zum-leben.de



