
Symptome
Wie äußert sich die Erkrankung?
Die Symptome der Alzheimer-Demenz sind vielfältig. Jedes einzelne kann auch bei anderen Formen der Demenz auftreten und keines ist so charakteristisch, dass es für sich allein die Diagnose Alzheimer erlauben würde. Häufig ergibt sich aber ein typisches Symptommuster, das den Arzt bereits vor den weitergehenden Untersuchungen auf die Alzheimer-Krankheit hinweist.
Typische Symptome
- Einschränkung der Merkfähigkeit: Sie tritt bei nahezu allen Patienten auf und ist oft das erste Symptom, das den Betroffenen und ihren Angehörigen auffällt. Eine Störung der Merkfähigkeit kann sich z.B. darin äußern, dass die Betroffenen Schwierigkeiten haben, sich an Ereignisse des Vortags zu erinnern. Sie haben dabei nicht nur Mühe, die Erinnerung abzurufen, sondern die Ereignisse scheinen für sie niemals stattgefunden zu haben. In Gesprächen haben sie Mühe, nicht den Faden zu verlieren, und auf dem Weg zum Einkauf kann es ihnen passieren, dass sie vollständig vergessen, warum sie aus dem Haus gegangen sind oder was sie eigentlich besorgen wollten. Es handelt sich dabei nicht um Zerstreutheit, wie sie bei jedem einmal vorkommen kann. Bei Alzheimer-Kranken kehrt die Erinnerung selbst bei bester Konzentration nicht zurück. Sie ist vollständig verloren.
- Störung der räumlichen Orientierung: Alzheimer-Patienten haben manchmal selbst in vertrauter Umgebung Mühe, sich zurecht zu finden. Z.B. finden sie aus dem Keller nicht zurück in ihre Wohnung oder innerhalb der Wohnung nicht in ihr Zimmer.
- Störungen des Zeiterlebens: Wochentage, der aktuelle Monat oder auch das Kalenderjahr bringen Alzheimer-Kranke durcheinander. Mitunter verliert sich bei ihnen die zeitliche Ordnung von Ereignissen. Verstorbene sind für sie wieder am Leben oder sie halten die eigenen Kinder plötzlich für ihre Geschwister.
- Einschränkung praktischer Fertigkeiten: Alzheimer-Patienten verlieren zunehmend die Fähigkeit, Alltagstätigkeiten auszuführen. Sie sind z.B. nicht mehr in der Lage, ihre Jacke richtig zuzuknöpfen, oder tragen zwei unterschiedliche Schuhe, ohne es zu bemerken. Es fällt ihnen schwer, Geräte zu bedienen und komplexe Handlungen, die mehrere Zwischenschritte erfordern, wie z.B. eine Mahlzeit zu kochen, werden ihnen unmöglich.
- Störungen der Sprache: Ein häufiges Symptom ist die Vereinfachung der Sprache. Der Wortschatz nimmt ab, oft müssen die Betroffenen lange nach Begriffen suchen oder greifen zu Umschreibungen, indem sie z.B. das für die Haare" statt Kamm" sagen. Die Sätze werden kürzer und einfacher. Ebenso ist das Sprachverständnis betroffen. Die Bedeutung längerer oder komplexerer Sätze kann von Alzheimer-Patienten oft nicht mehr entschlüsselt werden.
- Einschränkung räumlich-konstruktiver Fähigkeiten: Alzheimer-Patienten entwickeln oft Schwierigkeiten, räumliche Objekte zu gestalten. Z.B. fällt es ihnen schwer, ein Haus oder ein Fahrrad zu zeichnen. Es gelingt ihnen selbst in einfachen Fällen nicht mehr, ihre Vorstellung in gezeichnete Linien zu übertragen. Deutlich wird das etwa, wenn die Betroffenen aufgefordert werden, eine Uhrzeit als Stellung der Zeiger in das Bild einer Uhr einzuzeichnen. Oft gelingt ihnen das nur noch eingeschränkt.
- Störung des inneren Antriebs: Viele Betroffene neigen dazu, sich zurückzuziehen und Herausforderungen zu meiden. Sie beschäftigen sich z.B. nicht mehr mit ihren Hobbys, finden für Unternehmungen keine Energie und vernachlässigen sich selbst und die Beziehungen zu anderen Menschen.
- Schwankende Gefühlslage: Die Stimmung von Alzheimer-Patienten kann manchmal unvermittelt umschlagen, ohne dass dafür ein Grund ersichtlich wäre. Dabei sind alle Stimmungslagen zwischen gehoben-glücklich und traurig-depressiv möglich. Nicht selten, aber für Angehörige besonders belastend ist es, wenn die Patienten ohne angemessenen Anlass aggressives Verhalten an den Tag legen. Auch Angstzustände und misstrauisches Verhalten können auftreten.
Altersvergesslichkeit ist normal sie hat nichts mit Alzheimer zu tun
Über die Abgrenzung von anderen Demenzen hinaus, erlaubt die sorgfältige Analyse der Symptome meist auch, zwischen Alzheimer und normaler Altersvergesslichkeit zu unterscheiden. Denn keineswegs jedes Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter weist auf eine Krankheit hin.
Alzheimer verläuft gegenüber der gutartigen Altersvergesslichkeit merklich rascher. Veränderungen der Fähigkeiten des Betroffenen sind bei Alzheimer binnen eines Jahres deutlich zu beobachten, während die Altersvergesslichkeit kaum merklich zunimmt. Darüber hinaus ist bei der Altersvergesslichkeit ausschließlich das Gedächtnis betroffen. Praktische Fähigkeiten, das Sprachvermögen und andere Gehirnfunktionen leiden nicht. Während ein Alzheimer-Patient oft den roten Faden eines Gespräches verliert, bleibt ein altersvergesslicher Mensch beim Thema, selbst wenn er weitschweifig ausholt, bis er seine Gedanken auf den Punkt bringen kann. Die Alltagskompetenz ist bei Altersvergesslichkeit in aller Regel erhalten, auch wenn vielleicht vermehrt Zerstreutheiten vorkommen mögen.



