Vorbeugung
Wie sich das Alzheimer-Risiko senken lässt
Morbus Alzheimer ist nicht heilbar. Viele Risikofaktoren für einen Ausbruch der Krankheit lassen sich jedoch noch bis ins Erwachsenenalter positiv beeinflussen.
Bislang gelang Forschern trotz intensiver Bemühungen nicht, eine erfolgreiche Methode zu entwickeln, mit der sich der Ausbruch von Morbus Alzheimer verzögern oder verhindern lässt. Dennoch belegen zahlreiche Forschungsergebnisse, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, das Risiko von Gedächtnisverlust im Alter zu senken. Dazu zählen neben einer gesunden Lebensweise mit viel Schlaf, dem richtigen Umgang mit Stresssituationen und einem geringen Alkoholkonsum vor allem körperliche Betätigung, geistige Regsamkeit bis ins hohe Alter und eine ausgewogene Ernährung.
Etwa eine Million Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein derzeit an einer stark ausgeprägten Form von Demenz, zwei Drittel davon haben Morbus Alzheimer. Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung gehen die Experten davon aus, dass sich die Anzahl der Alzheimerkranken in den nächsten 50 Jahren verdoppeln wird. Entsprechend wichtig sei es, die Menschen über die Bedeutung einer gesundheitsorientierten Lebenseinstellung für die Gesundheit von Nerven und Gehirn aufzuklären.
Sport vermindert Alzheimer-Anfälligkeit
Schon vor einigen Jahren berichteten schwedische Forscher, dass sportlich aktive Menschen seltener an Demenz erkranken als ihre gemütlichen Geschlechtsgenossen. Wer im mittleren Alter zweimal wöchentlich aktiv ist, habe ein um 60 Prozent geringeres Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Besonders günstig wirke sich Sport bei genetisch vorbelasteten Menschen auf einen Ausbruch der Erkrankung aus. Doch auch im Frühstadium der Krankheit könne der Prozess durch Nordic Walking, Aerobic und andere Ausdauersportarten verzögert werden.
Eine Erklärung für den positiven Effekt von Sport könnten bisher ungeklärte neurobiologische Mechanismen sein. Außerdem zahlt sich regelmäßige Bewegung für das Herz-Kreislaufsystem aus, da Gesundheitsrisiken wie Übergewicht und Diabetes verringert werden. Für diese beiden Faktoren konnte bereits gezeigt werden, dass sie nicht nur Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen, sondern obendrein den Ausbruch einer Demenzerkrankung beeinflussen.
Fetter Fisch und Nüsse für gesunde Nerven
Einen ähnlich positiven Effekt wie Sport hat eine ausgewogene Ernährung, denn auch sie beeinflusst Faktoren, die im Verdacht stehen, das Alzheimer-Risiko zu erhöhen. Dazu zählen etwa hoher Blutdruck, ein hoher Cholesterinspiegel und Diabetes. In einer Studie kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass Gemüse- und Obstsäfte die Krankheit verzögern können. Dafür verantwortlich seien bestimmte Antioxidantien, wie etwa Polyphenole, die in Obst und Gemüse in großen Mengen vorhanden sind.
Eine andere Studie ergab, dass eine mediterrane Ernährung vorbeugend wirkt. Sie besteht aus viel Obst und Gemüse, reichlich Fisch, Nüssen, mäßigem Rotweinkonsum und wenig rotem Fleisch. Die Forscher vermuten, dass der positive Effekt der Kost vor allem auf die Omega-3-Fettsäuren zurückzuführen ist. Die ungesättigten Fettsäuren kommen vor allem in fettem Seefisch und Nüssen vor.



