Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Demenzkranke brauchen Unterstützung ihres Wohnumfeldes
Wenn Demenzerkrankte eigenständig in ihrem eigenen Haushalt leben, sind sie auf die Unterstützung ihres Wohnumfeldes angewiesen. Aufklärungsarbeit tut Not, so die Einschätzung der Deutsche Alzheimer Gesellschaft.
Heute leben etwa 1,2 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen in Deutschland. Viele der Betroffene sind auf sich selbst gestellt. Da die Zahl der Demenzerkrankungen in der Zukunft weiter ansteigen wird, hat es sich die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Ziel gesetzt, allein lebende Demenzkranke mit ihrem Projekt „Allein lebende Demenzkranke – Schulung in der Kommune“ zu unterstützen. In der frühen Phase einer Demenzerkrankungen brauchen Betroffene, die allein im eigenen Haushalt leben, nicht vorrangig Unterstützung bei der Pflege oder der medizinischen Versorgung. In der Regel können sie sich selbst versorgen und Alltagspflichten meistern. Erst wenn sich Demenzkranke auffällig verhalten und etwa mehrmals täglich die gleichen Besorgungen tätigen, heißt es aktiv werden.
Im Rahmen des Projekts äußerten viele Demenzkranke, dass sie möglichst lange eigenständig in ihrem Haushalt leben möchten. Sie haben dadurch das Gefühl, eher ihre eigene Identität bewahren zu können. Ein selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung ist dann möglich, wenn die Betroffenen von ihrem Wohnumfeld unterstützt werden. Prof. Andreas Kruse erläutert, dass Demenzkranke ein begleitetes Alleinleben brauchen. Bürger müssen dabei aufmerksam und gewillt sein, Verantwortung für Erkrankte zu übernehmen.
Dr. Irene Vorholz vom Deutschen Landkreistag verweist auf die wichtige Rolle, die Gemeinden, Städte und Landkreise haben. Die Kommunen müssen sich auf die steigende Zahl allein lebender Menschen einstellen. Sie sollten außerdem zur Aufklärung der Bürger über Demenzerkrankungen beitragen und Schulungen wichtiger Berufsgruppen in die Wege leiten. Interessierte können die Ergebnisse des Projekts im Handbuch "Allein leben mit Demenz" nachlesen.



