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Behandlung

Alzheimer ist nicht heil-, aber behandelbar

Die Behandlung der Alzheimer-Erkrankung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Auch wenn die Krankheit noch immer nicht heilbar ist, stehen inzwischen doch eine Reihe gut wirksamer Medikamente zur Verfügung, die den Verlauf der Erkrankung deutlich verzögern und wertvolle Lebenszeit schenken können.

Auch die nicht-medikamentöse Therapie macht ständig Fortschritte. So versteht man immer besser, wie die geistigen Fähigkeiten der Betroffenen gefördert und möglichst lange erhalten werden können. Die Betreuung der Angehörigen, die oft einer großen Belastung ausgesetzt sind, ist mittlerweile fester Bestandteil der Behandlung.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Medikamente

Medikamente, die zur Behandlung der Alzheimer-Demenz empfohlen werden, sind die sogenannten Acetylcholinesterase-Hemmer und Memantin. Diese Antidementiva unterstützen die Funktion der Nervenzellen. Die Wirkung dieser relativ neuen Arzneimittel ist inzwischen in großen klinischen Studien nachgewiesen worden. Ihre Einnahme kann den Verlauf der Erkrankung verzögern und zur Besserung der Symptome führen.

Neben diesen Medikamenten werden auch Wirkstoffe eingesetzt, welche die Begleitsymptome der Erkrankung lindern. Hier sind vor allem Mittel gegen Depressionen, Wahnvorstellungen, Schlafstörungen, Unruhe, Aggressivität und Angst zu nennen.

Selbstverständlich müssen auch alle nicht unmittelbar mit Alzheimer-Demenz zusammenhängenden Erkrankungen wie z.B. Herzleiden, Durchblutungsstörungen oder Zuckerkrankheit medikamentös behandelt werden, soweit dies erforderlich ist. Je besser der Allgemeinzustand der Patienten, desto effektiver kann dem geistigen Abbau entgegengewirkt werden.

Therapiebegleitende Maßnahmen: Betroffene fördern

Die nicht-medikamentöse Therapie der Alzheimer Demenz ist darauf ausgerichtet, durch geeignete Gestaltung des Lebensumfelds und gezielte Ansprache der Betroffenen einen möglichst hohen Grad an Selbständigkeit zu erhalten. Hier gilt es vor allem, die Angehörigen in die Behandlung einzubeziehen und die richtige Balance zwischen Fordern und Unterstützen zu finden, um die vorhandenen Fähigkeiten anzusprechen, ohne Frustration durch Überforderung zu schaffen.

Die Angehörigen spielen eine wichtige Rolle

Die Betreuung der Angehörigen von Alzheimer-Patienten ist in doppelter Hinsicht von großer Bedeutung. Zum einen müssen sie die Belastungen durch die Erkrankung und den sich abzeichnenden Verlust eines nahen Menschen ertragen und sind in diesem Sinne selbst auf Unterstützung angewiesen. Andererseits stellen sie oft die wichtigsten Bezugspersonen für den Alzheimer-Kranken dar. Je besser sie sich auf seine Bedürfnisse einstellen können, desto effektiver werden Fördermaßnahmen für den Patienten sein. Die Angehörigen sind also gleichzeitig auch in zentraler Weise an der Behandlung beteiligt.

Die Lebensqualität der Patienten kann deshalb nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss die Angehörigen in jedem Fall einbeziehen. Das betrifft auch zahlreiche nicht-medizinische Aspekte, wie zum Beispiel die finanzielle Absicherung, geeigneten Wohnraum, die Organisation von Pflege und Betreuung und vieles mehr.


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN); Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.): Diagnose- und Behandlungsleitlinie DemenzReihe: Interdisziplinäre S3-Praxisleitlinien, Band 0, 1st Edition, Springer Medizin Verlag 2010
Broschüre „Gemeinsam Erinnern" (Hrsg: ZDF & Fachgesellschaften).
Autor: Kathrin Sommer / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit
Stand: Nov 17, 2010


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