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Parkinson-Demenz

Gefesselter Geist in gefesseltem Körper

Parkinson-Patienten leiden vor allem an Einschränkungen ihrer Bewegungsfähigkeit. Bei bis zu 40 Prozent von ihnen schränkt die Krankheit jedoch auch die geistige Leistungsfähigkeit ein. Vor allem im höheren Alter kann eine Demenz auftreten. Etwa zwei Drittel der über 75-jährigen Parkinson-Patienten leiden an einer Parkinson-Demenz.

Beeinträchtigt werden vor allem die Aufmerksamkeit, das Planen von Aufgaben und Lösen von Problemen sowie das räumliche Sehen. Die Betroffenen sind bei den alltäglichen Tätigkeiten, z.B. beim Anziehen, zunehmend eingeschränkt. Außerdem leiden sie häufig an Depressionen, Angstzuständen, Apathie, Antriebsminderung und Interesselosigkeit sowie an optischen Halluzinationen.

Die Parkinson-Demenz unterscheidet sich dabei in Ausprägung und Verlauf von der Alzheimer-Demenz. So ist das Gedächtnis von Parkinson-Dementen zunächst nicht betroffen. In späteren Krankheitsphasen, in denen es dann auch zu einer Beteiligung des Erinnerungsvermögens kommen kann, fällt es den Kranken vor allem schwer, bestehende Gedächtnisinhalte abzurufen. Das Speichern von Erinnerungen funktioniert im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz noch lange Zeit gut.

Allerdings gibt es auch Gemeinsamkeiten. Bei beiden Demenzformen fehlt im Gehirn der Botenstoff Acetylcholin, der für die Kommunikation zwischen den Nervenzellen notwendig ist. Die Betroffenen sprechen daher gut auf eine Behandlung mit Acetylcholinesterase-Hemmern an. Der Wirkstoff Rivastigmin ist für die Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz bei Morbus Parkinson bereits zugelassen. In Studien verbesserten sich damit die geistige Leistungsfähigkeit und die Durchführung von Alltagstätigkeiten. Die deutschen Fachgesellschaften empfehlen daher bei Parkinson-Demenz eine Behandlung mit Rivastigmin. Dabei sollte bei einer Therapie mit Acetylcholinesterase-Hemmern auf eine gelegentlich mögliche Zunahme von parkinsontypischen Symptomen wie allgemein verlangsamte Bewegungen und Bewegungsarmut geachtet werden.


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN); Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.): Diagnose- und Behandlungsleitlinie DemenzReihe: Interdisziplinäre S3-Praxisleitlinien, Band 0, 1st Edition, Springer Medizin Verlag 2010
Autor: Jan Groh / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit
Stand: Nov 26, 2010


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