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Heuschnupfen

Tränende Augen und laufende Nase bei Pollenflug

Wer an Heuschnupfen erkrankt ist, kann Frühling und Sommer nur bedingt genießen. Der Spaziergang durch blühende Felder, das Picknick im Grünen oder die Nachtruhe bei offenem Fenster - für Pollenallergiker sind viele schöne Sommer-Seiten tabu. Mittlerweile zeigt in Europa fast jeder Vierte die typischen Symptome.

Der allergische Schnupfen (allergische Rhinitis)ist die am weitesten verbreitete atopische Erkrankung (Atopie*). Ihre Häufigkeit nimmt alle zehn Jahre um ca. 3,5 Prozent zu. Derzeit sind nach Schätzungen etwa 15 bis 25 Prozent der Menschen in Europa betroffen. Die Erkrankung beginnt meist im Kindesalter und hat weitreichende Auswirkungen auf das Sozialleben und die Leistungsfähigkeit in Schule und Beruf.

Bislang wurde unterschieden in den saisonalen allergischen Schnupfen bzw. Heuschnupfen und den ganzjährigen allergischen Schnupfen, z.B. die Hausstaubmilben-, Tierhaar- oder Schimmelpilzallergie. Da jedoch auch Pollen inzwischen teilweise nahezu das gesamte Jahr vorkommen, die ganzjährigen Allergene auch saisonale Schwankungen aufweisen und es zudem Mischformen gibt, unterscheidet man heute basierend auf der Dauer der Symptome in den vorübergehenden (intermittierenden) und den dauerhaften (persistierenden) allergischen Schnupfen, wobei letzterer mehr als vier Tage pro Woche über mehr als vier Wochen vorliegt.

Allergische Reaktion auf Pollen

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion aus der Gruppe der Soforttyp-Allergien auf Gräser-, Blüten- oder Baumpollen. Zu typischen Symptomen, die durch eine allergische Schleimhautentzündung verursacht werden und in ihrer Stärke variieren können, gehören Nies- und Juckreiz der Nase, Rötungen und Fremdkörpergefühl in den Augen sowie eine laufende oder auch verstopfte Nase. Begleitend kann es zu wiederholten Infekten der oberen Atemwege, Schlaf-, Riech- und Konzentrationsstörungen sowie allgemeiner Müdigkeit kommen. Auch das Vorliegen von weiteren atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Asthma ist möglich. Zudem können Heuschnupfen-Patienten eine Kreuzallergie entwickeln und dann auch beim Kontakt mit anderen Pollen, unter Umständen aber auch beim Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln Beschwerden bekommen.

Abgestufte Diagnostik

Um die Diagnose zu stellen, wird der Arzt zunächst die Symptome, die Krankengeschichte und mögliche familiäre Vorbelastungen erfragen. Eventuell erfasst er auch die Beeinträchtigung der Lebensqualität mit einem speziellen Fragebogen. Zudem untersucht er die Nase, die Augen und die umgebende Hautregion. In der Regel schließt sich dann ein spezieller Hauttest mit unterschiedlichen Allergenen an. Mithilfe von Bluttests lassen sich allergenspezifische IgE-Antikörper nachweisen. Da jedoch sowohl Haut- als auch Bluttest nur eine Überempfindlichkeit belegen, nicht jedoch das Auftreten von Symptomen nach Kontakt mit dem Allergen, wird bei entsprechendem Verdacht oft zusätzlich ein Provokationstest durchgeführt, um die Diagnose zu sichern. Die Untersuchungen, die Interpretation der Befunde und die individuelle Auswahl der antiallergischen Therapie sollten durch einen Allergologen erfolgen.

Glossar

Atopie: Familiär gehäuft auftretende Überempfindlichkeit (in Form von allergischen Reaktionen vom Soforttyp – sogenannte Typ-I-Allergie) von Haut- und Schleimhäuten gegen Umweltstoffe. Zu den atopischen Erkrankungen zählen u.a.: Rhinitis Allergica (allergischer Schnupfen, Heuschnupfen), Konjunktivitis allergica (allergische Bindehautentzündung), Asthma bronchiale und das atopische Ekzem (Neurodermitis).


Quelle: Füller, I.: Allergien – Diagnose, Vorbeugung, Behandlung. Stiftung Warentest, Berlin, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 2007;
Ring, J.; Bachert, C.; Bauer, C.-P.; Czech, W. (Hrsg.): Weißbuch Allergie in Deutschland; 3. Aufl. München: Urban & Vogel, 2010;
Kramer, M.F.: Strategien gegen Heuschnupfen. In: MMW-Fortschritte der Medizin, 20 (2010), S. 31-32;
Ring, J.: Angewandte Allergologie, 2. Auflage, MMV Medizin Verlag, Vieweg, München, 1991;
Kleine-Tebbe, J. et al.: Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. In: Allergo Journal (15) 2006, S. 56-74; Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. URL: http://www.daab.de/index.php (Stand 18.03.2009)
Autor: Tobias Wolk, 13.08.2009 - zuletzt aktualisiert von SpringerMedizin
Stand: Oct 23, 2010


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