
Weitere Medikamente
Helfer in der zweiten Reihe
Die Frage nach der richtigen antiallergischen Therapie ist immer individuell zu beantworteten. Neben Kortison als Mittel der ersten Wahl zur Kontrolle der Entzündung gibt es weitere Substanzen.
Zur Vorbeugung: Mastzellstabilisatoren
Wer an Heuschnupfen leidet und weiß, welche Blütenpollen diese auslösen, kann etwa ein bis zwei Wochen vor Beginn der jeweiligen Blütezeit Mastzellstabilisatoren als Nasentropfen/-sprays oder Augentropfen verwenden. Die Substanzen reichern sich in den Mastzellen im Gewebe an und behindern die Freisetzung von Histamin und weiteren Entzündungsmediatoren, die maßgeblich an allergischen Prozessen beteiligt sind.
Bei regelmäßiger Anwendung lassen sich mit Hilfe der Mastzellstabilisatoren leichte Beschwerden wie Juckreiz bei Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien verhindern. Die Wirkstoffe gibt es in Form von Augentropfen, Nasensprays und Inhalationssprays. Wegen ihrer guten Verträglichkeit sind sie auch für Kinder geeignet.
Leukotrienantagonisten: Für Pollenallergiker mit Asthma
Bei einer großen Zahl von Asthmatikern liegt gleichzeitig eine allergische Rhinitis vor. Beide Erkrankungen weisen genetische Gemeinsamkeiten und eine immunologisch identische Entzündung auf. Die allergische Rhinitis gilt mittlerweile als unabhängiger Risikofaktor für die Asthma-Entstehung.
Leukotrienantagonisten hemmen die Wirkung von Leukotrienen. Diese gehören - wie Histamin - zu den körpereigenen Entzündungsmediatoren. In der Schleimhaut der oberen und unteren Atemwege spielen sie sowohl beim Asthma als auch beim allergischen Schnupfen eine wichtige Rolle. Leukotrienantagonisten sind als zusätzliche Dauertherapie für Patienten mit leichtem bis mittelschwerem chronischem Asthma zugelassen, bei denen Beta-2-Sympathomimetika und Kortison-Inhalationen nicht befriedigend wirken.
Die Medikamente helfen auch bei Asthma, das durch körperliche Anstrengung ausgelöst wird (Belastungsasthma). Die Einnahme von Leukotrienantagonisten kann die vorbeugende Dauertherapie mit Kortisonspray allerdings nicht ersetzen. Deshalb dürfen Ärzte den Wirkstoff derzeit nur in Kombination mit anderen Asthmamedikamenten verschreiben.
Harnstoffe: Geben der Haut die Feuchtigkeit zurück
Sinkt der Wassergehalt in der Hornschicht unter einen bestimmten Wert - wie bei Neurodermitis - wird die Haut trocken, spröde und rissig. Häufiger Grund ist ein zu geringer Harnstoffgehalt der Epidermis - die Folge ist eine starke Austrocknung der befallenen Hautflächen. Harnstoff (Urea) als Bestandteil von Cremes und Salben erhöht den Feuchtigkeitsgehalt der Haut und hilft, sie weich und geschmeidig zu erhalten.
Da die Substanz das Eindringen anderer Wirkstoffe in die Haut verstärkt, wird Harnstoff bei Neurodermitis und Kontaktekzemen gleichzeitig oder im Wechsel mit kortisonhaltigen Cremes eingesetzt. In dermatologischen Mitteln verwendet man Harnstoff als Substanz, die in der Haut Feuchtigkeit bindet (1 bis 2%ig). Eine 10%ige wässrige Lösung von Harnstoff ist zudem bakterientötend. Darüber hinaus wirkt Harnstoff juckreizmildernd und löst das Keratin der Haut, was sich besonders bei starker Horn- oder Schuppenbildung als günstig erweist.
Gerbstoffe: Unterstützen das Abheilen von Wunden
Die Wirksamkeit von gerbstoffhaltigen Lotionen, Pudern oder Cremes ist bei leichten Hautentzündungen und juckenden Hauterkrankungen erwiesen. Synthetischer Gerbstoff hat eine adstringierende Wirkung: Er führt dazu, dass sich die Haut zusammenzieht und nässende Wunden trocknen - Bakterien und Pilzen wird somit der Nährboden für ihr Wachstum entzogen. Gerbstoffe zeigen zudem leicht entzündungshemmende Eigenschaften und wirken schmerzlindernd sowie juckreizstillend.





