Weitere Medikamente gegen Allergien
Breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten
Die Frage nach der richtigen antiallergischen Therapie ist immer für den Einzelfall zu beantworten. Sie hängt von der Art und Schwere der Symptome ebenso ab wie von den individuellen Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente. Neue Entwicklungen konnten die Behandlung weiter verbessern.
Zur Vorbeugung: Mastzellstabilisatoren
Mastzellstabilisatoren reichern sich in den Mastzellen im Gewebe an und behindern die Freisetzung von Histamin und weiteren Entzündungsmediatoren, die maßgeblich an allergischen Prozessen beteiligt sind. Auf diese Weise entwickeln sie einen vorbeugenden Effekt. Wer an Heuschnupfen (allergischer Rhinitis) leidet und weiß, auf welche Pollen er reagiert, kann daher etwa ein bis zwei Wochen vor Beginn der jeweiligen Blütezeit Mastzellstabilisatoren als Nasentropfen/-sprays und/oder Augentropfen verwenden.
Bei regelmäßiger Anwendung lassen sich leichte Beschwerden wie Juckreiz bei Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien verhindern. Die antientzündliche Wirkung ist jedoch geringer als bei Glukokortikoiden, zudem müssen die Präparate in der Regel viermal täglich angewendet werden. Wegen ihrer guten Verträglichkeit sind Mastzellstabilisatoren auch für Kinder geeignet.
Leukotrienantagonisten für die gesamten Atemwege
Leukotrienantagonisten hemmen die Wirkung von Leukotrienen. Diese gehören - wie Histamin - zu den körpereigenen Entzündungsmediatoren, die am allergischen Geschehen beteiligt sind. Sie spielen sowohl beim Asthma als auch beim allergischen Schnupfen eine wichtige Rolle. Daher können Leukotrienantagonisten bei beiden Erkrankungen, die oft auch kombiniert vorliegen, die Beschwerden lindern.
In Deutschland steht derzeit ein Leukotrienantagonist (Montelukast) für die orale Anwendung („zum Einnehmen“) zur Verfügung. Er ist zugelassen für die zusätzliche Therapie bei Patienten mit leichtem bis mittelschwerem chronischem Asthma, bei denen kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika (bronchienerweiternde Medikamente) und die inhalative Kortisontherapie (Glukokortikoid-Inhalation) nicht befriedigend wirken. Zudem stellt das Präparat bei jüngeren Patienten mit leichtem chronischem Asthma eine Behandlungsalternative dar, wenn niedrig dosierte inhalative Glukokortikoide nicht angewendet werden können. Darüber hinaus lässt sich das Medikament unter Umständen zur Vorbeugung von Asthma einsetzen, das durch körperliche Anstrengung ausgelöst wird (Belastungsasthma).
Beta-2-Sympathomimetika
Beta-2-Sympathomimetika spielen vor allem als Darreichungen zum Inhalieren eine wichtige Rolle in der Asthma-Therapie. Sie binden gezielt an spezielle Zellen der glatten Muskulatur und bewirken unter anderem, dass diese erschlaffen. Auf diese Weise führen kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika bei einem Asthma-Anfall rasch zu einer Linderung der Atemnot, da sie die verengten Atemwege schnell wieder weiten.
Müssen Patienten mit Asthma die kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika aufgrund häufiger Asthma-Anfälle zu oft anwenden, kann nach dem Stufenplan der Asthma-Behandlung eine Basistherapie mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika - als Kombinationstherapie mit einem inhalativen Kortison-Präparat - sinnvoll sein, um der Überempfindlichkeit der Atemwege dauerhaft entgegenzuwirken.
Monoklonale Antikörper
Ein sehr neuer, moderner Ansatz ist die Therapie mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, die gegen Schlüsselmoleküle der allergischen Reaktionen gerichtet sind. So gibt es für die Allergie-Therapie inzwischen einen monoklonalen Antikörper, der an körpereigenes Immunglobulin E bindet, das eine zentrale Rolle bei Allergien spielt. Das Medikament (Omalizumab) kann laut aktueller Zulassung unter bestimmten Umständen in der Zusatztherapie zur verbesserten Asthmakontrolle bei Patienten mit schwerem chronischem allergischem Asthma eingesetzt werden, bei denen andere empfohlene Therapien nicht ausreichend wirken. In Studien wird die Wirkung des Antikörpers auch bei anderen Allergien untersucht.





