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Antihistaminika

Die schnelle Eingreiftruppe gegen den Juckreiz

Rechtzeitig eingenommen sind Antihistaminika eine bewährte Allzweckwaffe gegen akute allergische Beschwerden. Dennoch ist ihre Wirkung begrenzt, und gerade ältere Medikamente haben einen Nachteil: Sie machen müde.

Antihistaminika sind lang erprobte und bewährte Mittel in der Therapie allergischer Erkrankungen. Ihre Funktionsweise besteht in der Besetzung spezifischer Bindestellen für das Gewebehormon Histamin, das bei allergischen Prozessen eine wichtige Rolle spielt. Es wird von den sogenannten Mastzellen ausgeschüttet und heftet sich innerhalb weniger Minuten nach dem Allergenkontakt an bestimmte Bindungsstellen von Nerven-Enden in der Haut, der Nasenschleimhaut oder der Bindehaut des Auges und führt so zu den typischen Beschwerden.

Antihistaminika wirken besonders effektiv, wenn sie vorbeugend vor dem Höhepunkt eines Allergie- oder Juckreiz-Anfalls eingenommen werden. Aber auch im akuten Anfall reduzieren sie zumindest einen Teil der Beschwerden. Bei lokaler Anwendung von Nasensprays oder Augentropfen wirken sie nach fünf bis fünfzehn Minuten und bei Einnahme von Tabletten, Dragees oder Tropfen tritt die Wirkung meist nach einer Stunde ein. Sie bessern Juckreiz, Niesattacken, Laufen der Nase und Tränen der Augen.

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Einige Antihistaminika machen müde

Ein Nachteil von Antihistaminika der ersten Generation ist, dass sie zu Ermüdungserscheinungen führen. Mittlerweile gibt es allerdings moderne Formulierungen, bei denen dieser Effekt vermieden wird. Die müde machenden Präparate werden gerne zur Nacht empfohlen, zum Beispiel bei einer Neurodermitis. Sie unterdrücken den Juckreiz, der nachts im Bett seinen Höhepunkt findet. Gleichzeitig beruhigen sie den Patienten, der so besser in den Schlaf findet. Die nicht müde machenden Präparate sind für Heuschnupfen- oder Nesselsucht-Patienten geeignet, die überwiegend tagsüber unter Niesattacken oder Juckreiz leiden und leistungsfähig bleiben müssen.

Augentropfen und Nasenspray

Bei der allergischen Rhinitis sind geschwollene Nasenschleimhäute und tränende Augen eine lästige Begleiterscheinung, die zur Pollensaison die Lebensqualität stark einschränken kann. Sofern die Beschwerden nur sporadisch auftreten, empfiehlt sich der Einsatz von Antihistaminika in Form von Augentropfen oder Nasensprays. Diese wirken direkt auf der Bindehaut des Auges oder auf die Nasenschleimhaut und gelangen in nur geringem Umfang in den Blutkreislauf. In den meisten Fällen ist eine ein- bis zweimal tägliche Anwendung ausreichend, um allergische Beschwerden wie Juckreiz und Rötungen zu minimieren.

Eine allergische Bindehautentzündung sollte sich innerhalb von drei bis sieben Tagen nach Behandlungsbeginn gebessert haben ? andernfalls ist der Besuch eines Augenarztes ratsam, da die Möglichkeit besteht, dass das Antihistaminikum selbst eine allergische Reaktion ausgelöst hat. Zudem sollte man auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichten, solange die Beschwerden am Auge nicht abgeklungen sind. Ist dieses nicht möglich, sollte zumindest auf die Verwendung stabiler Linsen geachtet werden, da hier das Risiko zusätzlicher Reizungen am geringsten ist.

Antihistaminika zum Einnehmen

Sofern eine längerfristige Behandlung erforderlich ist - z. B. bei Allergien gegen verschiedene Blütenpollen oder Tierhaare - haben Anithistaminika zum Einnehmen gegenüber Augentropfen oder Sprays gewisse Vorteile. Als Tabletten oder Saft eingenommen, wird die Allergie über den Blutkreislauf beeinflusst und somit Heuschnupfen sowie andere allergische Beschwerden effektiver unterdrückt als bei der lokalen Anwendung.

Die einzelnen auf dem Markt erhältlichen Mittel wirken unterschiedlich schnell - auch ihr Effekt hält unterschiedlich lange an: Bei manchen Präparaten ist eine einmalige Dosis am Tag ausreichend, andere erfordern eine zwei- bis dreimal tägliche Einnahme. Die unterschiedlichen Dosisempfehlungen sind eher als Anhaltspunkt zu verstehen: Da die Wirkung von Antihistaminika davon abhängt, wie gut der Organismus die Substanzen aufnimmt und verarbeitet, sollte der Patient selbst mit darauf achten, wie viele Tabletten er braucht, um die allergischen Symptome in den Griff zu bekommen.

Wirksamkeit ist begrenzt

Einige der Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Grundsätzlich ist die Wirksamkeit von Antihistaminika jedoch begrenzt: Die allergische Reaktion kann lediglich abgeschwächt und nicht vollständig unterdrückt werden, da außer Histamin noch weitere Substanzen am Allergiegeschehen beteiligt sind.


Quelle: Nach Informationen von:"Allergien", Stiftung Warentest, Berlin, 2007www.allergie-ratgeber.de
Autor: TW
Stand: Oct 30, 2008


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