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Nahrungsmittelallergie

Toleranz nur schwer zu erreichen

Patienten mit Nahrungsmittelallergie erhalten bisher eine Ernährungsberatung, die Empfehlung, Auslöser zu meiden, und gegebenenfalls ein Notfallset. Es gibt aber auch einen Therapieansatz, bei dem durch kontrollierte Gabe des auslösenden Nahrungsmittels eine Toleranz des Allergens erreicht werden soll. Dieser Therapieansatz wird als orale Toleranzinduktion bezeichnet.

Eine orale Toleranzinduktion wäre wünschenswert, meist werden dadurch aber nur kleine Mengen des auslösenden Nahrungsmittels vertragen. Selten kann eine echte Toleranz erzeugt werden, berichtete Dr. Kirsten Beyer, Berlin. Infrage kommt die Toleranzinduktion bei dauerhaft bestehender Nahrungsmittelallergie, wie sie zu 80 Prozent bei Erdnuss der Fall ist, oder auch bei einer fortbestehenden Kuhmilcheiweißallergie im Erwachsenenalter. In verschiedenen Studien konnte immerhin erreicht werden, dass 60 bis 90 Prozent der Patienten ein Glas Milch vertrugen. Das reicht, um schwere Reaktionen aufgrund einer versehentlichen Aufnahme zu verhindern.

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Bei Erdnussallergie muss die Allergendosis extrem langsam gesteigert werden. Nach mehreren Monaten schrittweiser Dosiserhöhung und acht Wochen Erhaltungstherapie kann so die tolerierte Menge verdoppelt werden. Patienten mit sehr hohen Antikörperkonzentrationen (IgE-Werten) profitieren allerdings kaum von der Behandlung. Beyer warnte zudem: Erreichte Toleranzschwellen können durch andere Einflussfaktoren wie Infektionen, Anstrengung oder andere Allergene erniedrigt werden. Wirklich sicher fühlen kann sich der Patient also nicht.

Eine therapeutische Perspektive bietet zukünftig möglicherweise eine Immuntherapie mit speziell veränderten Eiweißen, sogenannten modifizierten rekombinanten Proteinen, bei denen kritische Bestandteile entfernt werden, um die Immunreaktion abzuschwächen. In Laborversuchen und im Mausmodell konnte so eine Desensibilisierung gegenüber dem Erdnussmajorallergen Ara h 1 erreicht werden. Beim Menschen soll dieses Prinzip nun erstmals in einer Studie überprüft werden.


Quelle: Allergo Journal, Oktober 2009, S. 492
Nach Informationen von Beyer K. Nahrungsmittelallergien – welche Therapieoptionen haben wir? Kongressberichterstattung 4. Gemeinsamer Deutscher Allergie-Kongress, Berlin 2009
Autor: fk / überarbeitet für Patienten Springer Medizin Lifeline
Stand: Jan 22, 2010


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