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„Allergieimpfung" in Tablettenform

Zeit der Spritzen für Allergiker vorbei?

Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, wissen, wie quälend die Beschwerden sein können, die sie jedes Jahr aufs Neue erwarten. Brennende, tränende Augen, eine laufende Nase, Jucken und Niesanfälle können die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Bis dato gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie. Man kann versuchen, symptomatisch mittels Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten einzugreifen. Die Medikamente sollen die allergische Reaktion der Schleimhäute auf die Pollen unterdrücken, in dem sie die so genannten Mastzellen, eine Form von Abwehrzellen in den Schleimhäuten, stabilisieren und die Ausschüttung des Botenstoffes Histamin verhindern. Denn es ist das Histamin, das für die Schwellung und Sekretabsonderung der Schleimhäute verantwortlich ist. Nasensprays und Antihistaminika in Tablettenform können die Beschwerden um 20-30% lindern, jedoch lässt die Wirkung schon nach kurzer Zeit nach Absetzen der Medikamente nach.

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Eine Form, das Übel an der Wurzel zu packen, sind die monatlichen Injektionen im Rahmen einer Desensibilisierung. Hierbei wird eine kleine Menge der Pollenantigene gespritzt, um die Körperzellen an die Pollen zu gewöhnen und die überschießende, unerwünschte Abwehrreaktion zu verhindern. Diese Therapie dauert mehrere Jahre und kann nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da ein geringes Risiko eines allergischen Schocks als Nebenwirkung besteht.

Nun hat ein dänisches Pharmaunternehmen in Zusammenarbeit mit englischen Forschern bekannt gegeben, dass in Kürze ein neues Medikament in Tablettenform zur ursächlichen Therapie der Gräserpollenallergie eingeführt werden soll. Die Wissenschaftler um Prof. Durham vom Medical Research Council und vom britischen Asthma Centre entwickelten ein Medikament, das ein Extrakt des Timothee-Grases (auch Wiesenlieschgras genannt) enthält und gegen alle Formen der Gräserpollenallergie wirksam sein soll. Ähnlich der o.g. Injektionen soll das Medikament die Abwehrzellen in den Schleimhäuten "trainieren", bei Pollenflug keine Botenstoffe auszusenden. Die Tablette muss einmal täglich beginnend acht Wochen vor der Pollensaison eingenommen werden und besserte bei 83% der untersuchten Patienten die Beschwerden im Vergleich zum Vorjahr. Die Patienten mussten zudem bis zu 40% weniger Nasensprays oder akut wirkende Allergie-Medikamente einnehmen. Bei bisher über 2000 behandelten Patienten traten bis auf eine leichte Schwellung und Jucken unter der Zunge keine schweren Nebenwirkungen auf.

Weitere Studien über die nächsten 5 Jahre sollen jetzt herausfinden, ob die antiallergene Wirkung über längere Zeit bestehen bleibt. Experten befürworten diese Form der Immuntherappie: "Eine Immuntherapie in Form einer einfachen Tablette ist ein großer Fortschritt für die Patienten", sagt Lindsay McManus von der Organisation Allergy UK.


Quelle: Nach Informationen von BBCNews Health und ALK-Abello
Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 17, 2008


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