
Nahrungsmittelallergie
In vier Schritten zum Erfolg
Bei Nahrungsmittelallergien sollte das auslösende Allergen ermittelt werden. Durch verschiedene Tests kann dies gelingen, so dass der Patient dann die Möglichkeit hat, das Allergen künftig zu meiden.
Bei Nahrungsmittelallergien kann nur der Arzt helfen. Professor Karl Christian Bergmann von der Allergie- und Asthmaklinik Bad Lippspringe dazu: "Wir haben heute gute Möglichkeiten, die Krankheit in den Griff zu bekommen." Die Therapie stützt sich dabei im Wesentlichen auf vier Schritte:
- Das Gespräch zwischen Arzt und Patienten: Gemeinsam müssen beide Seiten herausfinden, welche Symptome vorliegen und in welchem Zusammenhang Essen und allergische Reaktion stehen. Wichtig: Betroffene sollten ein Tagebuch führen und genau aufschreiben, was sie wann und in welcher Zusammensetzung gegessen und getrunken haben; auch sportliche Betätigung und Medikamenteneinnahme sollten sie sich notieren.
- Der Hauttest: Mit zwei Testarten versucht der Arzt herauszufinden, welche Lebensmittel konkret eine allergische Reaktion auslösen. Beim Prick-Test spritzt der Allergologe ein industriell hergestelltes Allergen-Extrakt unter die Haut. Beim RAST-Test sticht der Arzt eine Nadel zuerst in ein Nahrungsmittel und anschließend in die Haut des Patienten. Wird sie rot und schwillt an, liegt eine allergische Reaktion vor.
- Der Bluttest: Er dient dem Nachweis von Immunglobulin-E-Antikörpern, die überall im Körper herumschwirren und eigentlich eine Schutzfunktion ausüben. Bei Allergikern führen sie allerdings zu einer fatalen Reaktion: Die Antikörper verbinden sich mit dem Allergieauslöser und setzen das Gewebshormon Histamin frei. Dieses löst Juckreiz sowie eine Rötung und Schwellung der Haut aus.
- Der Provokationsstest: Nur eine Klinik kann diesen Test vornehmen. Der Patient wird drei Tage auf strenge Diät mit Wasser und Zwieback gesetzt. Danach werden nach und nach alle Nahrungsmittel getestet, die eine Reaktion auslösen könnten. Die Patienten wissen bei dem Einfach-Blindtest nicht, ob das allergieauslösende Nahrungsmittel wirklich im Essen enthalten ist. Nur so erhält der Arzt eine Reaktion, die frei ist von psychischen Einflüssen.





