Immuntherapie
Auch bei Insektengiftallergie sinnvoll?
Starke örtliche Reaktionen auf Insektenstiche, wie extreme Schwellungen, sind nicht selten. Die Betroffenen können darunter sehr leiden. Womöglich kann ihnen eine sogenannte Immuntherapie helfen, so aktuelle Studienergebnisse.
Bei einer Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, wird dem Patienten über einen längeren Zeitraum in ansteigenden Dosierungen die Substanz gespritzt, auf die sie allergisch reagieren - im Fall einer Insektenstichallergie das Insektengift. Bislang galt dieses Vorgehen eigentlich nur bei Patienten als gerechtfertigt, die mit starken Allgemeinsymptomen bis hin zum Schock auf einen Stich z.B. von Wespe oder Biene reagieren. Doch US-amerikanische Forscher haben jetzt in einer Studie herausgefunden, dass die Immuntherapie auch Personen hilft, bei denen die Insektenstiche starke lokale Beschwerden hervorrufen.
In ihre Studie nahmen die Wissenschaftler um David Golden vom John Hopkins Asthma and Allergy Center in Baltimore 29 Patienten auf. Zuvor hatten sie festgestellt, dass Insektenstiche bei den Probanden zu großen lokalen Reaktionen - 16 cm im Durchmesser und darüber - führten. Eine Immuntherapie begannen die Forscher zunächst bei nur 19 Patienten, die anderen zehn dienten erstmal als Kontrollgruppe zum Vergleich. Nach sieben bis elf Wochen machten die Autoren die Probe aufs Exempel und setzten alle Probanden dem allergieauslösenden Insektengift aus. Die Immuntherapie zeigte Wirkung: Dauer und Größe der Lokalreaktionen gingen bei den behandelten Personen um durchschnittlich 53 und 42 Prozent zurück, bei den nicht behandelten dagegen jeweils nur um im Mittel 18 Prozent. Jetzt erhielten auch die zehn Kontrollpersonen eine Immuntherapie.
Der Behandlungserfolg blieb auch nach einem Jahr, für alle Patienten, bestehen. Nach zwei bis vier Jahren Immuntherapie nahmen das Ausmaß und die Dauer der Beschwerden sogar noch stärker ab, nämlich um durchschnittlich 60 und 70 Prozent. Allerdings wiesen nicht alle Patienten den gleichen Behandlungserfolg auf. Während einige so gut wie keine allergischen Reaktionen mehr zeigten, gingen bei anderen die Beschwerden nur mäßig zurück.
Der Einsatz der Immuntherapie könnte sich demnach auch bei Patienten mit starken lokalen Reaktionen auf einen Insektenstich lohnen, heben die Autoren hervor. Doch seien noch weitere Studien erforderlich.





