
Geburt und Allergie
Kaiserschnitt erhöht Asthma-Risiko des Kindes
Eine Kaiserschnittentbindung steht bereits länger unter Verdacht, das Risiko des Kindes für Asthma zu erhöhen. Da der Zusammenhang bislang jedoch umstritten war, haben ihn niederländische Forscher erneut untersucht.
Diese Studie bestätigt, dass Kinder, die per Kaiserschnitt entbunden werden, ein erhöhtes Asthma-Risiko haben - insbesondere wenn ihre Eltern selbst unter Allergien leiden. Um diesen Zusammenhang zu ermitteln, haben die Forscher aus den Niederlanden die Daten von knapp 3.000 Kindern hinsichtlich der Art der Entbindung und des Auftretens von Allergien oder Asthma bis zum Alter von acht Jahren analysiert. Insgesamt hatten rund 360 Kinder bzw. 12% bis zu diesem Alter Asthma entwickelt. 8,5% waren durch einen Kaiserschnitt auf die Welt gekommen. Bei der weiteren Auswertung zeigte sich, dass Kinder nach einem Kaiserschnitt ein 79% höheres Risiko für Asthma hatten als Kinder, die auf natürlichem Wege geboren wurden. Das Risiko erhöhte sich weiter, wenn ein oder sogar beide Elternteile selbst Allergien hatten.
"Unsere Untersuchung bestätigt die Bedeutung der Wechselwirkung zwischen Genen und Umgebung bei der Entstehung von Asthma", hob Studienleiter Dr. H. A. Smit vom National Institute for Public Health and the Environment in Bilthoven hervor. Er führt das erhöhte Risiko nach einem Kaiserschnitt auf den verzögerten Kontakt des kindlichen Immunsystems mit Bakterien zurück. Dadurch kommt es später womöglich zu Überreaktionen auf an sich nicht schädliche Stoffe - also Allergien. Smit wies darauf hin, dass die zunehmende Zahl an Kaiserschnittentbindungen in den letzten Jahren zum Teil auf den mütterlichen Wunsch ohne medizinische Notwendigkeit zurückzuführen ist. Er forderte, in dieser Situation insbesondere Eltern mit Allergien oder Asthma in der Vorgeschichte über das erhöhte Asthma-Risiko ihres Kindes aufzuklären.






