Arzt untersucht ein Kind

Risiko für Allergie durch Impfungen nicht erhöht

Befürchtungen entkräftet

Schutzimpfungen gegen Keuchhusten- und Tuberkulose erhöhen das Allergierisiko nicht. Dies belegt eine Studie mit mehr als 1.500 Augsburger Kindern. Es gibt sogar Anzeichen dafür, dass eine Impfung gegen Keuchhusten vor Asthma oder Ekzemen schützt.

Nach wie vor ist der Einfluss von Impfungen auf die Entstehung allergischer Erkrankungen (im Fachjargon auch Atopien) ein viel diskutiertes Thema, dem manche Ärzte und besonders Eltern von Kindern im impffähigen Alter skeptisch gegenüberstehen. Die Unsicherheit ist relativ groß. Deshalb gingen deutsche Wissenschaftler dieser Frage jetzt nach.

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Sie untersuchten, ob es bei Kindern mit Keuchhusten- und Tuberkulose-Schutzimpfungen häufiger Allergien oder allergische Reaktionen gab. Möglich war dies, weil in beiden Fällen auch ausreichend Daten nicht geimpfter Kinder zur Verfügung standen. Anlass zu der Studie bot auch eine zuvor veröffentlichte andere Studie, deren Untersuchungsergebnisse sogar eine schützende Wirkung der Impfungen vor Allergien nahelegten.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 1.673 Kindern im Alter zwischen fünf und sieben Jahren aus. Bei den meisten Kindern konnte der Impfstatus sicher festgestellt werden. Von diesen hatten 63% eine Tuberkulose-Schutzimpfung erhalten, 37% nicht. Gegen Keuchhusten waren 88% der Kinder geimpft, 12% wiesen keine Impfungen auf. In beiden Fällen (Tuberkulose- und Keuchhusten-Schutzimpfung) ergaben sich keine Unterschiede im Auftreten von Allergien oder allergischen Erkrankungen wie Asthma, Ekzemen oder allergischem Schnupfen zwischen geimpften und nicht geimpften Kindern. In der Gruppe der Jungen, die gegen Keuchhusten geimpft worden waren, traten sogar weniger allergische Reaktionen auf als bei ungeimpften Kindern.

Die Wissenschaftler schließen aus ihre Ergebnissen, dass die heute verwendeten Schutzimpfungen gegen Tuberkulose und Keuchhusten nicht das Allergierisiko erhöhen. Außerdem halten sie es für möglich, dass eine Schutzimpfung gegen Keuchhusten das Allergierisiko sogar indirekt minimiert. Den Zusammenhang sehen sie darin, dass Keuchhusten auch die Entwicklung von Asthma begünstigten kann.


Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift „Pediatr Allergy Immunol", 2007
Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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