
Erhöhtes Asthma-Risiko
Vorsicht, wenn die Nase bei Allergenkontakt juckt
Aus vielen Studien weiß man, dass Menschen mit allergischem Schnupfen ein erhöhtes Risiko haben, an Asthma zu erkranken. Nach einer aktuellen Studie sind auch Menschen mit nicht-allergischer Rhinitis betroffen.
In der knapp neunjährigen EU-Studie erkrankten zu einem gewissen Teil auch Menschen an Asthma, die zu Studienbeginn gesund gewesen waren (1,1%), die meisten Asthma-Neuerkrankungen (4,0%) wurden jedoch bei Teilnehmern verzeichnet, die vorher an allergischer Rhinitis erkrankt waren, also auf Allergene wie Pollen oder Milbenkot mit Schnupfensymptomen reagierten. Unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren war das Asthmarisiko von Teilnehmern mit nicht-allergischer Rhinitis etwa 2,7-mal und mit allergischer Rhinitis etwa 3,5-mal höher als bei gesunden Probanden.
Die Forscher erfassten bei fast 6.500 20- bis 44-Jährigen, die alle zunächst kein Asthma gehabt hatten, über neun Jahre die Asthma-Häufigkeit. Mehr als 3.000 Probanden hatten zu Beginn zudem weder Allergien noch Rhinitis und bildeten die Kontrollgruppe. Die übrigen Teilnehmer wurden in Abhängigkeit von ihrer Schnupfensymptomatik und ihrer Überempfindlichkeit im Haut-Prick-Test in weitere drei Gruppen unterteilt: Patienten mit Allergie (z.B. gegen Milben, Katzenhaare, Schimmelpilze und Gräserpollen), aber ohne Schnupfen, Patienten mit nicht-allergischer Rhinitis sowie Patienten mit allergischer Rhinitis. Am Ende der Studie war bei 140 Teilnehmern (2,2%) mindestens einmal ein Asthmaanfall aufgetreten. Die Wissenschaftler analysierten anschließend die Asthma-Häufigkeit in den drei Gruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Nach diesen Ergebnissen erhöht eine bestehende Rhinitis - insbesondere eine allergische - das Risiko, in späteren Jahren an Asthma zu erkranken. Die Forscher fordern daher Studien, die gezielt untersuchen, ob sich bei Patienten mit allergischer Rhinitis durch eine Behandlung das spätere Auftreten von Asthma verhindern lässt.






