Kortison-Präparate
Effektive antientzündliche Wirkung bei Allergien
Glukokortikoide, auch Kortison genannt, erlauben eine wirksame Therapie, indem sie sehr effektiv allergische Entzündungsprozesse lindern. Angst vor „Kortison“ ist oft unbegründet: Moderne Medikamente werden meist lokal angewendet und sind gut verträglich.
Die Behandlung von Allergien hängt unter anderem von der Schwere der Erkrankung ab. So sind bei stärkeren allergischen Beschwerden Medikamente wie Antihistaminika* oder Mastzellstabilisatoren häufig nicht ausreichend. In diesen Fällen kann eine Behandlung mit Glukokortikoiden ratsam sein - umgangssprachlich als Kortison bekannt. Sie werden auch als "Controller" bezeichnet, weil ihre Wirkung auf eine langfristige Unterdrückung der Entzündungsprozesse abzielt und damit eine Kontrolle des Krankheitsgeschehens ermöglicht.
Beim Kortison handelt es sich um die chemische Abwandlung eines körpereigenen Hormons, des Cortisols, das wichtige regulative Funktionen im Stoffwechsel und bei der Immunabwehr übernimmt. Glukokortikoid-Präparate zeichnen sich durch eine stark entzündungshemmende und antiallergische Wirkung aus. Obwohl moderne Glukokortikoid-Präparate eine hohe Verträglichkeit und Sicherheit aufweisen, sollten sie über einen längeren Zeitraum nur unter regelmäßiger Kontrolle durch den behandelnden Arzt angewendet werden.
Die passende Anwendung für jeden Bedarf
Die verschreibungspflichtigen kortisonhaltigen Medikamente unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Darreichungsformen in topische und systemische Medikamente. Systemische Präparate, zu denen Kortisontabletten, -zäpfchen oder -infusionen zählen, entfalten ihre Wirksamkeit durch die Aufnahme der Glukokortikoide in den Blutkreislauf im gesamten Körper. Bei der topischen (griechisch Topos: Ort, Stelle) Behandlung wird der Wirkstoff hingegen direkt am Ort des Entzündungsgeschehens angewendet (lokale Therapie). Je nach Art der Allergie stehen für die topische Behandlung inhalative Aerosole, Nasensprays oder auch Salben zur Verfügung.
Lokale Anwendungsformen besonders nebenwirkungsarm
Da man mit einer topischen bzw. lokalen Anwendung hohe Wirkstoffkonzentrationen auf einem eng umgrenzten Körperareal erzielen kann und die Substanzen vor allem bei den Aerosolen und Sprays kaum in den Blutkreislauf gelangen, ist diese Behandlungsform besonders nebenwirkungsarm. Die meisten topischen Kortikoide werden außerdem inaktiviert, bevor sie den Blutkreislauf erreichen. Generell sollten die Art der Darreichung, die Höhe der Dosierung und die Dauer der Therapie individuell auf die Art und Schwere der Beschwerden abgestimmt sein sowie Nutzen und Risiken der Therapie immer wieder gegeneinander abgewogen werden.
Glossar
Antihistaminika: Moderne, nicht ermüdende Antihistaminika sind ein wichtiger Bestandteil der Therapie allergischer Reaktionen der Haut sowie der Schleimhäute von Augen und Nase. Bei einer Anaphylaxie wirken sie auf Symptome wie Nesselsucht, Juckreiz und Heuschnupfen. Bei fortschreitender Symptomatik einer schweren allergischen Reaktion reichen Antihistaminika jedoch nicht aus.
Bundesverband der Pneumologen (Stand: 2008);
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (Stand: 2008)





