
Allergien mindern Konzentration
Heuschnupfen - sechs, setzen?
Schlechte Leistungen in der Schule werden in der Regel auf unzureichende geistige Fähigkeiten oder mangelndes Engagement des Kindes zurückgeführt. Doch auch Allergien können hierbei eine wichtige Rolle spielen.
Die PISA-Studie im Jahr 2000 war ein Schock für Deutschland. An der Untersuchung, die in regelmäßigen Abständen die Leistungen von Schülern im internationalen Vergleich erfasst, hatte das Land der Dichter und Denker unerwartet schlecht abgeschnitten. Wie die Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF jetzt warnt, sind mangelnde Leistungen jedoch nicht immer Schuld der Schüler oder des Schulsystems. Auch unbehandelte Allergien könnten zu vermeidbaren Beeinträchtigungen führen, da sie die Leistungsfähigkeit der Erkrankten erheblich einschränken.
So verschlechtert sich bei unbehandelten Schülern mit Pollenallergie nach Angaben von ECARF das Ergebnis bei Prüfungen während des Pollenflugs um ca. 20 Prozent. Darüber hinaus kann das Langzeit-Lernvermögen nach den Ergebnissen einer aktuellen britischen Studie um 30 Prozent vermindert sein. Und laut ECARF nimmt das Problem weiter zu: Die Zahl der Allergiker steige in allen industrialisierten Ländern an - heute sei bereits jeder Dritte betroffen und 2015 werde etwa es die Hälfte der Bevölkerung sein.
Erschwerend kommt nach Ansicht der ECARF hinzu, dass viele Patienten keine adäquate Behandlung erhalten. Schätzungen zufolge werde nur bei ca. zehn Prozent aller Allergiker die Krankheit korrekt diagnostiziert und behandelt. Für 90 Prozent bedeutete dies eine vermeidbare Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit und ebenso eine unnötige Einschränkung der Lebensqualität, da moderne Therapien vorhanden seien, erklärt die europäische Stiftung.
Bei schweren Verlaufsformen notfallmedizinische Maßnahmen
Bei schwereren Verlaufsformen eines allergischen Schockzustands werden intravenös hochdosiert kortikoidhaltige Medikamente sowie Antihistaminika verabreicht. Im Fall einer stark ausgeprägten Atemnot kann der Arzt auf gleichem Wege bronchienerweiternde Medikamente wie Theophyllin injizieren, das auch bei akut lebensbedrohlichen Asthmaanfällen angezeigt ist.






