
Leben mit Allergie
Praktische Tipps zum Umgang mit Allergien
Ein schöner Ausflug ins Grüne oder der Kindertraum von einem Haustier. Freuden, die viele Allergiker nicht genießen können: Aus Angst vor lästigen Niesattacken oder verquollenen Augen meiden viele den Weg ins Freie. Dabei können schon einfache Maßnahmen die Beschwerden minimieren.
Besteht bereits eine Allergie z.B. gegen Gräserpollen oder Insektengift, dann gilt es, die so genannte Sekundärprophylaxe zu betreiben. Das bedeutet, dass durch aktive Maßnahmen versucht wird, die auftretenden Beschwerden zu verhindern oder zu reduzieren.
Allergene meiden
Zunächst ist es wichtig, jeglichen Kontakt mit den Allergie auslösenden Stoff zu vermeiden. Das mag bei bekannter Nahrungsmittelallergie meist noch einfach sein, gestaltet sich allerdings bei Pollen- und Insektenallergie deutlich schwieriger. Doch was kann man praktisch im Alltag umsetzen?
Nahrungsmittelallergie
Wer unter einer Nahrungsmittelallergie leidet, sollte Fertiggerichte, aber auch vorgefertigte "Küchenhelfer" wie Soßen- und Puddingpulver meiden. Manchmal lassen sich Allergene, zum Beispiel in Obst und Gemüse, durch Kochen der Produkte unwirksam machen.
Fenster zu bei Pollenallergie
Pollenallergiker sollten zur Zeit des größten Pollenfluges (hier gilt es die Pollenflugkalender zu beachten) blühende Wiesen, Birkenwälder oder eben den Biertisch direkt unter dem Lindenbaum meiden. Auch ihren Urlaub sollten sie rational planen und möglichst an der See oder im Hochgebirge verbringen.
In der Wohnung empfiehlt es sich zur Zeit der höchsten Allergenbelastung Fenster und Türen geschlossen zu halten. In der Stadt ist dies die Abendzeit und auf dem Land die Morgenstunden..
Klimaanlagen und Autos sollten regelmäßig neue Pollenfilter erhalten. Des Weiteren kann durch Haare waschen und Duschen vor dem Schlafengehen sowie durch Ablegen der Kleider in einem anderen Zimmer sinnvoll die Allergenkonzentration vermindert werden.
Spezialüberzüge für Hausstauballergiker
Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben wird als spezielle Maßnahme ein Überzug für Bettdecken und Matratzen empfohlen (Encasing). Außerdem sollten die Bettwäsche alle 2 Wochen und das Bettzeug, also Decke und Kissen, alle 6 Wochen bei mindestens 60°C gewaschen werden.
Alle Staubfänger, insbesondere Teppiche und schwere Vorhänge sind zu vermeiden. In einem kühlen, gut gelüfteten Raumklima um 15°C fühlen sich Milben überhaupt nicht wohl und reduzieren sich von ganz allein. In Einzelfällen können auch bestimmte Feinfilter-Staubsauger und eine chemische Milbenreduktion zur Anwendung kommen.
Auch zur Vermeidung von Schimmelpilzen ist, vor allem im Winter, für eine regelmäßige Stoßlüftung und kühle Raumtemperatur zu sorgen, die relative Luftfeuchtigkeit sollte unter 50% liegen.
Stoßlüftung: Heizung runter drehen, alle Fenster öffnen und ordentlich Durchzug schaffen.
Bei Tierallergie auch auf Daunenfedern achten
Wenn Tierallergene als Auslöser einer Allergie nachgewiesen sind, dann sollte das Tier mindestens einmal pro Woche gewaschen werden. Auch alle Polster und Teppiche sollten gründlich gereinigt werden. So schwer es auch ist: Am sinnvollsten ist es, das Haustier wegzugeben.
Was viele Allergiker nicht beachten, ist die Tatsache, dass natürlich auch die Daunenfedern der kuscheligen Bettwäsche eine Allergie auslösen können. Hier sollte das geliebte Stück gegen eine speziell für Allergiker geeignete Decke ausgetauscht werden.
Der Insektenallergie trotzen
Auch wenn Insektenallergiker oft Angst vor einem erneuten Stich haben, so sind unbedingt ruckartige Bewegungen oder Schläge gegen ein Insekt zu vermeiden. Eng am Körper anliegende Kleidung in dezenten Farben sowie Bedeckung von Armen und Beinen können ebenfalls von Vorteil sein.
Insekten lieben Düfte und Haarspray- der Griff zur Spraydose kann somit die ungeliebten Tiere anlocken und sollte zurückhaltend erfolgen.
Im Sommer sollte man möglichst nicht barfuß laufen und idealerweise Fliegengitter an Fenster und Türen anbringen. Insektennester aber auch Fallobst oder Abfallbehälter sind beliebte Anlaufstellen für Insekten und daher unbedingt zu meiden. Kinder sollten ihre süßen Getränke mit einem Strohhalm trinken und vorher einen Blick ins Glas werfen. Diese kleinen Maßnahmen können lebensrettend sein.
Natürlich sollten Patienten mit schwerer Insektengiftallergie immer ein Notfallset bereithalten und in der Anwendung desselben bestens geschult sein.
Bei einem Insektenstich im Mund- oder Rachenraum, einem Asthmaanfall mit schwerer Luftnot sowie bei Verdacht auf einen allergischen (anaphylaktischen) Schock, der sich mit Kreislaufstörungen und Blutdruckabfall ankündigt, ist ein Notarzt zu rufen.
Rauchen vermeiden
Rauchen und der Aufenthalt in Räumen, in denen geraucht wird, macht allergische Beschwerden an Augen, Nase und Bronchien noch unangenehmer als sie ohnehin schon sind.






