
Allergie
Macht die Sperma-Allergie Sex zum gefährlichen Vergnügen?
Ein allergischer Schock nach einem Wespenstich oder dem Genuss von Erdnüssen ist für uns erklärbar und überhaupt nichts ungewöhnliches. Dass dieser lebensbedrohliche Zustand aber auch nach dem Sex auftreten kann, ist sicher weniger bekannt.
Aufgeklärt wurden Ärzte und Patienten nun erstmals von dem Allergologen Dr. David Resnick aus New York, der im Rahmen des jährlichen Treffens des ´American College of Allergy, Asthma and Immunology im November 2006 neue Daten zu dieser extrem seltenen Form der Allergie referierte.
Laut Dr. Resnick seien bis dato weltweit nur circa 80 Fälle einer Sperma-Allergie berichtet worden. In seine Klinik kommen jedoch durchschnittlich 2 Frauen pro Jahr, bei denen eindeutig das Sperma als Allergen festgeklopft werden kann und die Dunkelziffer sei gänzlich unbekannt, so Resnick.
Selten sind es Nahrungsbestandteile, die der Mann zuvor aufgenommen hat wie z.B. Walnüsse, Cola oder Penicillin, die sich in geringen Mengen im Sperma nachweisen lassen und bei der Frau vaginalen Juckreiz oder Brennen auslösen.
Neben lokalen Reaktionen kann es in Extremfällen sogar zur Quaddelsucht, Durchfall, Erbrechen oder Atemnot kommen. Wahrscheinlicher ist jedoch die Unverträglichkeit gegenüber einem bestimmten Eiweiß im Sperma, welches in der Prostata gebildet wird.
Was können betroffene Frauen tun?
In den meisten Fällen ist sicher Abwarten die beste Medizin, aber auch allergie-unterdrückende Medikamente können zum Einsatz kommen. Dr. Ronald Simon und Kollegen aus San Diego entwickelten zudem ein vaginales Verhütungsgel, das antiallergische Medikamente enthält und lokal aufgetragen wird.
Eine weitere einfache Methode wäre außerdem die Benutzung eines Kondoms, oder sollte man vielleicht doch besser den Partner wechseln? Für Frauen, die dies nicht wollen, hält Dr. Simon noch eine letzte Strategie bereit: Wie bei einer herkömmlichen Desensibilisierung soll sich die Vagina der Frau durch regelmäßigen Kontakt an das Allergen gewöhnen. Angefangen bei kleinsten Mengen von Sperma wird die Dosis langsam auf das normale Maß" gesteigert. Um den Effekt dieser ungewöhnlichen Form der Desensibilisierung aufrecht zu erhalten, muss die Frau allerdings im Anschluss daran mindestens zwei bis drei Mal pro Woche Geschlechtsverkehr haben. Ansonsten, so Dr. Simon, it will be a big problem".






